Mehr Autonomie und mehr Kompetenzen für Gesundheitsberufe – Land fördert den Ausbau der Gesundheitsfachberufe in der 2. Tranche

PRESSEMITTEILUNG
25.02.2016


MdL Bärbl Mielich freut sich über 635 neue Studienanfängerplätze in den Gesundheitsfachberufen, die zum Wintersemester 2016/17 und 2017/18 an den Start gehen

Damit sich mehr SchulabgängerInnen in Baden-Württemberg für einen Gesundheitsfachberuf entscheiden, hat das Wissenschaftsministerium eine Ausschreibung zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe in der Physiotherapie, der Hebammenwissenschaft und der Pflege durchgeführt, die in zwei Tranchen gestaffelt war. Im August wurden die Ergebnisse der ersten Tranche – Ausbau bestehender Studiengänge – bekannt gegeben. Die 635 neuen Studienplätze der 2. Tranche fallen in den Aufbau neuer Bachelor- und Masterstudiengänge in den oben genannten Bereichen. Diese sollen zum Wintersemester 2016/17 oder 2017/2018 starten und dazu beitragen, das vom Wissenschaftsrat empfohlene Ziel von rd. 10% bis 20% Akademisierung in diesen Berufsfeldern in Baden-Württemberg zu erreichen.

„Die Gesellschaft wandelt sich: die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, es gibt mehr Ein-Personen-Haushalte, mehr ältere Singles; gleichzeitig haben sich auch die Bedürfnisse älterer Menschen verändert. Auf der anderen Seite haben aber auch werdende Eltern tiefgreifende medizinische Fragen an Hebammen. Diese erfordern ein anderes Wissen und andere Fähigkeiten, die durch eine teilweise akademische Ausbildung bei Pflege- und Physiotherapieberufen und auch im Hebammenwesen erlernt werden sollen“, so die Gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE im Landtag. Das sei das Eine. Auf der anderen Seite ermöglichten es die neuen Studienplätze, sich akademisch weiterzuqualifizieren aus der Praxis heraus. „Das eröffnet den PraktikerInnen mit abgeschlossener Berufsausbildung Möglichkeiten der Weiterbildung und trägt so zur Attraktivität des Berufsbildes bei“, erklärt Mielich. Zudem gäbe es noch einen dritten Aspekt: „Wir werden in Zukunft noch stärker auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Gesundheitsfachberufe setzen, denn nur so kann eine gute und wohnortnahe Gesundheitsversorgung auch im ländlichen Raum gewährleistet werden. Dafür braucht es Kenntnisse über die anderen Disziplinen“, so die Gesundheitspolitikerin. „Unser Ziel ist es, dass die AbsolventInnen der Studiengänge in multiprofessionellen Teams auch Aufgaben von ÄrztInnen übernehmen können, so autonomer arbeiten und die Ärzte wieder mehr Zeit für die PatientInnen bekommen“. Eine teilweise Akademisierung stärke das Kompetenzprofil der Gesundheitsfachberufe. „Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind, ist eine Aufwertung dieses Berufsfelds unerlässlich,“ so Mielich abschließend.

Von den 635 Studienanfängerplätzen in 21 Studiengängen der 2. Tranche sind 70 für Master-Abschlüsse vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Pflege. Bis 2020 stellt die grün-rote Landesregierung für die Angebote 40 Mio. Euro zur Verfügung

 

Weitere Informationen:

Eine tabellarische Übersicht über die neuen Studienplätze ist in diesem Link einzusehen.

 

 

 

Verwandte Artikel