Kandertal-S-Bahn weiterhin im Rennen

Am Montag gab das Landesverkehrsministerium seine ersten Ergebnisse zu den laufenden Potentialanalysen zur Reaktivierung von Schienenstrecken für den S-Bahn-Verkehr bekannt. Auch die Region Lörrach hatte sich mit der Kandertal-S-Bahn für diese Analyse, die in zwei Schritten erfolgen wird, beworben. Unter den 75 Bewerbern ist die Kandertal-S-Bahn nach fachlicher Prüfung weiterhin im Rennen, wie Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) heute in einer Pressekonferenz bekannt gab. Somit wird die Strecke nun weiter auf ihr Fahrgastpotential und die erforderlichen Investitionen hin untersucht. Wenn die kommunale Seite sich für eine Reaktivierung entscheidet, können Fördermittel vom Land beantragt werden.  Die nächsten Ergebnisse mit einer Priorisierung durch das Land werden voraussichtlich im Herbst 2020 vorliegen.

„Ein starkes Signal nach Stuttgart senden“

Der Grüne Landtagsabgeordnete Josha Frey ist überzeugt, dass der politische Rückhalt und die anteilige Finanzierungsbereitschaft der Region für das Projekt mit in die Bewertung des Verkehrsministeriums einfließen wird: „Deshalb muss sich die Region einstimmig hinter die Reaktivierung der Kandertal-S-Bahn stellen. Damit senden wir ein starkes Signal nach Stuttgart und so kann es mit der Verwirklichung voran gehen.“
Als besonderen Anreiz bietet das Land an, auf den ersten 100 Kilometern reaktivierter Bahnstrecken auch den Zugbetrieb gemäß dem Landesstandard im Schienenpersonennahverkehr zu finanzieren. „Schon allein deswegen sollten bis Herbst 2020 außerdem alle Grundlagen vorliegen, dass der Antrag auf Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für die Elektrifizierung im Rahmen der Potenzialanalyse gestellt werden kann“, so die Grüne Abgeordnete Bärbl Mielich. Damit könne bei einer positiven Entscheidung durch das Verkehrsministerium gleich nach Bekanntgabe mit der Planung für eine Ertüchtigung und Elektrifizierung der Strecke begonnen werden. Dadurch würden auch die Voraussetzungen für einen schnellen Anschluss an das S-Bahn-Netz geschaffen, der allerdings erst nach Abschluss des viergleisigen Ausbaus der Rheintalbahn zwischen Haltingen und Basel Badischer Bahnhof, voraussichtlich in 2024, möglich ist.

„Zwischenlösung mit alternativen Antrieben“

Josha Frey ergänzt: „Als Zwischenlösung kann ich mir einen Testbetrieb auf der Strecke Kandern-Haltingen mit alternativen Antrieben wie Wasserstoff-, Wasserstoffhybrid oder Batteriesystemen immer noch gut vorstellen. Die Machbarkeit könnte sofort geprüft werden.“ Vorstellbar wäre zum Beispiel eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen den öffentlichen Trägern, S-Bahnherstellern, Energiedienste, DB, SBB und regionalen Unternehmen. „Diese Art von Zügen könnten auch bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke bis 2027 dort eingesetzt werden, da man den Fahrgästen keine acht Jahre lang das augenblickliche Zugmaterial zumuten kann,“ so der Grüne Abgeordnete weiter.

Das schreibt die lokale Presse:

Badische Zeitung, veröffentlicht am 30.04.2019: Im Rennen um die Reaktivierung

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