v. l. Andrea Lotze, Fachbereichsleiterin Landratsamt Breisg.-Hochschw, Herr Wenger ORS, Michael Schreck ORS, MdL Daniel Lede Abal, Kreisrätin Elvira Tillmann, Daniel Weber, Journalist, MdL Bärbl Mielich, Sozialdezernentin Eva-Maria Münzer.

Grüne Abgeordnete besuchen Flüchtlingsunterkunft in Eschbach und sprechen mit Helferkreisen

Die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich, besuchte zusammen mit ihrem Fraktionskollegen, Daniel Lede Abal, integrationspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion und zuständig für alle Fragen zu Migration, Integration Asyl und Flüchtlingen die Behelfsunterkunft, Flüchtlinge in Eschbach im Gewerbepark Breisgau.

Hier entsteht seit September ein Containerdorf in dem bis zu 700 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Aktuell leben ca. 400 Flüchtlinge in der Behelfsunterkunft.

Im Gespräch mit Sozialdezernentin Eva-Maria Münzer und Fachbereichsleiterin Frau Andrea Lotze sowie Vertretern der Betreiberfirma ORS sprachen die Abgeordneten über die Situation vor Ort. Es sei eine große Herausforderung, die vielen Menschen, die jede Woche in den Landkreis gebracht würden, auch unterzubringen, erklärte die Sozialdezernentin. Bemängelt wurde, dass viele Flüchtlinge, die in den Landkreis zugewiesen werden, noch gar keinen Asylantrag hätten stellen können. Das BAMF stellt offensichtlich nach wie vor keine ausreichende Infrastruktur und Personal zur Verfügung.

Daniel Lede Abal erklärte, das Land tue seinerseits alles um die Registrierung besser in den Griff zu bekommen, aber die Kompetenz liege beim Bund. Das Land engagiere sich neben der Logistischen Unterstützung der Unterbringung vor allem in der finanziellen Ausstattung der Integrationsangebote und der Sozialbetreuung .

Bärbl Mielich informierte in diesem Zusammenhang über die Gesundheitskarte für Flüchtlinge, die eingeführt werden soll. Für die Landratsämter bedeute dies eine Entlastung und Verbesserungen für die Flüchtlinge.

MdL Bärbl Mielich und MdL Lede Abal im Gespräch mit Ehrenamtlichen aus den Helferkreisen

MdL Bärbl Mielich und MdL Lede Abal im Gespräch mit Ehrenamtlichen aus den Helferkreisen

Anschließend trafen sich die Abgeordneten zu einem Informationsgespräch mit Ehrenamtlichen aus den Helferkreisen. Über 50 Personen von den Helferkreisen Eschbach, Heitersheim, Müllheim, Staufen, Sulzburg und Bad Krozingen waren gekommen. Es sei ihnen wichtig, dass sie aus den Helferkreisen Rückmeldungen bekommen erklärten Daniel Lede Abal und Bärbl Mielich. Sie würden gerne Anregungen und Verbesserungsvorschläge mitnehmen.

Fehlende Räumlichkeiten für Deutschunterricht oder zum Lagern und Ausgeben von Kleiderspenden würden die Arbeit sehr erschweren, erklärten die Ehrenamtlichen. Ein weiteres Problem seien die fehlenden Informationen. Die Kommunikation mit den Ämtern sei schwierig. Verbesserungsvorschläge würden vom Landratsamt ignoriert.

Die Flüchtlingen hätten sehr wenig Informationen und seien mit dem Ausfüllen von Formularen in deutscher Sprache überfordert. In der Unterkunft in Eschbach fehlten Sozialarbeiter. Ein Sozialarbeiter betreut aktuell 400 Flüchtlinge, eine weitere Stelle solle Anfang kommenden Jahres besetzt werden.

Es wurde deutlich und auch kritisiert, dass letztlich der größte Anteil der Betreuungsarbeit von den Ehrenamtlichen geleistet wird. Dennoch fehlt in der Bewertung der Ehrenamtlichen von Seiten des Landratsamtes die entsprechend Anerkennung und die Zusammenarbeit auf „Augenhöhe“.

Die beiden Abgeordneten sagten zu, die Kritik an den Landkreis und die Landkreisspitze weiter zu geben.

 

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