Gesprächsrunde zum Thema Fluglärm im Gewerbepark Breisgau

Das Thema Fluglärm wird seit mehreren Monaten in der Region um den Sonderlandplatz Bremgarten sehr kontrovers diskutiert. AnwohnerInnen aus den Umlandgemeinden klagen über unzumutbaren Lärm durch den Flugbetrieb, insbesondere an den Wochenenden, und fordern mehr Ruhe. Die Flieger wiederum wollen ihrem Hobby, der Fliegerei und dem Fallschirmspringen, nachgehen und können diesem eben auch vorwiegend nur am Wochenende nachkommen.

Um einer für Alle akzeptablen Lösung näher zu kommen, hatte die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich am Montag, den 13. Oktober, alle beteiligten Gruppierungen zu einer Gesprächsrunde in den Gewerbepark Breisgau eingeladen. Herr Riesterer, Geschäftsführer des Gewerbeparks, stellte dankenswerter Weise die Räumlickeiten zur Verfügung.

An der Gesprächsrund teilgenommen haben:
Bärbl Mielich MdL
Markus Riesterer, Geschäftsführer Gewerbepark Breisgau
Herr Dieter Kowohl, RP Freiburg
Herr Mathias Kern, RP Freiburg
Herr Werner Hoffmann, Flugleitung
Frau Dorothea Hauß AFLIG
Herr Wolfgang Ahlschwede AFLIG
Uwe Petermann, Pro Flug e. V.
Mathias Oestereich Pro Flug
Uwe Petersen, Feldkirch
Wolfgang Weckerlin, Eschbach
Karin Müller-Sandner, Gemeindrätin und Kreisrätin Schallstadt
Andreas Quartier, OV Grüne Bad Krozingen

Runder Tisch Fluglärm Bremgarten

Sie freue sich, dass es alle möglich gemacht haben, an der Gesprächsrunde teilzunehmen, erklärte die Landtagsabgeordnete bei der Begrüßung. Ziel des Gesprächs sei es, die unterschiedlichen Interessen und Wahrnehmungen darzulegen, auch die rechtliche Seite zu erörtern und Lösungen zu finden. Es sei ihr wichtig, dass beide Seiten miteinander sprechen und nicht nur übereinander.

Markus Riesterer, Geschäftsführer des Gewerbeparks Breisgau, der Betreiber des Sonderlandplatzes, erklärte, dass seit Juli eine Lärmschutzmittagspause an den Wochenenden gelte. Damit sei aber eigentlich keine Seite ganz glücklich. Eine Erweiterung des Flugbereichs schloss Riesterer aus, da dafür gar kein Platz vorhanden sei. Riesterer wies auch auch die wirtschaftlichen Folgen für den Sonderlandeplatz und den Gewerbepark durch die Einschränkungen und die Abwanderung von Flugschulen hin, die aber in Kauf genommen würden.

Dorothea Hauß und Wolfgang Ahlschwede von der AntiFluglärmInititative AFLIG erklärten, dass die Ruhe in der Mittagszeit, am Feierabend und am Wochenende zur Erholung wichtig sei. Besonders störend seien die Gyrokopter und die Absetzmaschine der Fallschirmspringer. Hinzu komme, dass die meisten Flüge am Wochenende stattfänden. Im besten Falle würde am Sonntag gar nicht geflogen werden. Grundsätzlich hätte die AFLIG nichts gegen den Sonderlandeplatz und das Engagement der Sportflieger. Es hätte auch Verbesserungen gegeben in den letzten Wochen. Der Status des Sonderlandplatzes dürfe jedoch auf keinen Fall erweitert werden. Es wurde die Sorge geäußert, dass Flugzeuge und Fallschirmspringer von Freiburg auf den Gewerbepark verlagert würden. Weiter wurde bemängelt, dass eine Anwendung der Landeplatzlärmschutzverordnung (LLV) nicht möglich sei, da Ultraleichtflugzeuge und Gyrokopter nicht von dieser erfasst würden.

Dies bestätigten Dieter Kowohl und Mathias Kern von der Flugaufsicht des Regierungspräsidiums Freiburg. Ihre Behörde achte jedoch sehr genau darauf, dass die Regeln eingehalten und bei Verstößen entsprechende Maßnahmen ergriffen würdenn. Sie seien jedoch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wenn über einer Ortschaft die Kennung des Flugzeugs mit bloßem Auge gelesen werden könne, fliege dieses wahrscheinlich zu niedrig.

Sie seien bemüht, wo immer möglich für Verbesserungen zu sorgen, erklärten Mathias Oestereich und Uwe Petermann von Pro Flug e.V. So seien bereits die Flugrouten verändert worden, so dass möglichst nahe am Rhein geflogen werde, ohne die Flugverbotszone um das AKW Fessenheim zu verletzen. Der Wald schlucke den Lärm besser. Es sei davon auszugehen, dass die Schweizer Flugschule, ihre Gyrokopterflüge zukünftig in der Schweiz ableisten würden, da diese seit dem 1. Oktober dort zugelassen seien. Dann wären lediglich noch 2 dieser Fluggeräte im Gewerbepark stationiert. Die Absetzmaschine der Fallschirmspringer werde ausgetauscht gegen eine neuer leisere Maschine. Mit einem Bedarfsmeldepunktesystem würden die Maschinen von den Ortschaften weg gelenkt. Sie betonten aber auch, dass die Vereinsarbeit der Fallschirmspringer- und Sportflugvereine ehrenamtlich geleistet werde und vorwiegend am Wochenende stattfinden müsse. Der Verein Pro Flug e. V. biete sich als Ansprechpartner bei Beschwerden der Anwohner an. Sie würden jeder Beschwerde nachgehen und Druck auf schwarze Schafe ausüben, versprach Mathias Oestereich.

Die Anzahl der Starts und Landungen an den einzelnen Wochenenden würden vom System nicht extra erfasst, erklärte Werner Hoffmann von der Flugleitung des Sonderlandplatzes Bremgarten. Es würden aber alle Flugzeuge registriert. Zahlen für eine Woche, einen Monat oder ein Jahr konnten vorgelegt werden. Demnach finden ca. 70% der Flüge am Wochenende statt, ca. 30% unter der Woche. Nachtlandungen sind auf dem Sonderlandeplatz Bremgarten nicht möglich.

Bärbl Mielich erklärte zusammenfassend: Das Gespräch habe in guter Atmosphäre stattgefunden. Es gäbe unterschiedliche Interessen. Die Bevölkerung wolle Ruhe am Wochenende, die Flieger ihrem Hobby nachgehen, auch vorwiegend am Wochenende.
Es sei deutlich geworden, dass diverse Veränderungen und Maßnahmen eingeleitet wurden, um die Lärmbelastung zu senken. Diese hätten auch bereits gegriffen, was alle Anwesenden bestätigt hätten. Die Flugaufsicht habe zugesichert, Verstöße die ihnen bekannt würden, konsequent zu verfolgen. Ebenso gäbe es die Zusage von Pro Flug, entsprechend auf die Piloten einzuwirken. Im Mai oder Juni des kommenden Jahres wolle man sich erneut treffen um festzustellen, ob die Maßnahmen wirksam gewesen seien und wie sich die Lärmsituation entwickelt hat.

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