v.l.n.r.: Uwe Petersen, Tobias Hailer,MdB Gerhard Schick und MdL Bärbl Mielich. Foto: B. Walter

Fachgespräch in Merzhausen: „Vielfalt und fairer Wettbewerb statt Macht der Monopole“

Am Mittwoch, den 03.02.2016, fand im Forum Merzhausen auf Einladung des Grünen OV Au-Hexental und der Grünen Wahlkreisabgeordneten im Landtag, MdL Bärbl Mielich, ein Dialog-Gespräch mit dem Finanzpolitischen Sprecher der Fraktion GRÜNE im Bundestag und Buchautor („Machtwirtschaft – Nein Danke!“), Dr. Gerhard Schick, und Uwe Petersen, Vorstandsmitglied des Grünen Kreisverbands Breisgau-Hochschwarzwald und langjähriger Projektleiter im internationalen Anlagenbau, statt.

Rund 30 interessierte Besucher waren zu der Veranstaltung nach Merzhausen gekommen und beteiligten sich rege an der dem Gespräch folgenden Diskussion zum Thema „Vielfalt und fairer Wettbewerb statt Macht der Monopole“.

Dr. Gerhard Schick beim Fachgespräch in Merzhausen Foto: B. Walter

Dr. Gerhard Schick beim Fachgespräch in Merzhausen
Foto: B. Walter

Im Gespräch erläuterte Gerhard Schick, weshalb er die heutige Wirtschaft nicht mehr als Marktwirtschaft sondern als Machtwirtschaft bezeichnen würde:

  1. der Erfolg eines Unternehmens sei nicht mehr abhängig von der Orientierung am Kunden, sondern stark beeinflusst von der Finanzkraft und Marktmacht des jeweiligen Unternehmens
  2. der zu große Finanzmarkt sei nicht mehr Dienstleister für den Markt und diene in erster Linie nicht mehr dem Verbraucher, sondern nur noch sich selbst
  3. die monopolartige und machtvolle Stellung einzelner Unternehmen führe dazu, dass sie den Markt kontrollieren könnten.

„Eine Marktwirtschaft“, so Gerhard Schick, „lebt von Vielfalt und fairem Wettbewerb und sie beinhaltet die Orientierung am Gemeinwohl.“

Des Weiteren wurde erörtert, wie man unsere Wirtschaft in Baden-Württemberg nachhaltiger gestalten könne. Laut Gerhard Schick seien zielgerichtete politischen Maßnahmen notwendig, um die Machtwirtschaft wieder zur Marktwirtschaft zu machen. Dies könnte z.B. die Entflechtung von zu großen Unternehmen oder strengere Fusionskontrollen sein. Vor allem aber sei es entscheidend, eine gerechtere Vermögensverteilung zu schaffen.

In Ihrem Abschluss-Statement betonte Bärbl Mielich, dass sich die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg auf eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Wirtschaftspolitik konzentriere. Hierzu gehöre der Ausbau der staatlichen Daseinsvorsorge genauso wie die Förderung von Genossenschaftskonzepten, eine Stärkung der Bürgerbeteiligung und transparente Politik.

In der anschließenden gemeinsamen Diskussion wurden die zur Machtwirtschaft führenden Fehlentwicklungen kritisiert. Bärbl Mielich, Gerhard Schick und Uwe Petersen kamen gemeinsam zu dem Schluss, dass man eine Korrektur dieser Entwicklung durch ein Zusammenspiel aus Abgeordneten, gemeinnützigen Organisationen und einer aktiven Bürgerschaft erreichen könnte.

Bericht: Marius Strub

 

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