Ein Tag in Staufen – MdL Bärbl Mielich besucht die Gemeinde

Eine Tag lang besuchte die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich die Stadt Staufen. Sie führte ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Benitz, besuchte stark rissgeschädigten Gebäude und sprach mit den Eignern. Eine Führung im Obstparadis Geng und eine Visite im Dorfladen Staufen gehörten ebenfalls dazu.

Besuch Staufen - Rissev.l. Hr. Bernauer, Hr. Fichter, Bärbl Mielich-klv.l. Herr Trch, Bärbl Mielich, HERR Hassler, Thomas Wiesler, Uli Wüst-kl-1

Begleitet wurde Bärbl Mielich von den Stadträten Heinz Ladener und Dr. Uli Wüst, sowie dem Vorstandsmitglied des grünen Ortsverbands Staufen, Elmar Bernauer.

Staufen 3

Gespräche mit Betroffenen der Risskatastrophe

Bis zu 55 cm hat sich der Boden im Zentrum von Staufen mittlerweile angehoben. Hinzu kommen horizontale Verschiebung von bis zu 30 cm. Und der Boden hebt sich weiter, wenn auch längst nicht mehr so stark. Durch die beiden Grundwasserbrunnen konnten die Hebungen Von 11mm/Tag auf 2,6-2,8 mm/Tag gesenkt werden. Ein z. Zt. im Probebetrieb laufender 3. Brunnen soll die Hebungen völlig zum Stillstand bringen, hofft Bürgermeister Michael Benitz. 270 geschädigte Häuser sind mittlerweile zu verzeichnen. Der Gesamtschaden wird auf 55 Millionen Euro geschätzt.

Die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich hatte sich von Anfang an mit der Risskatastrophe befasst. Nun wollte sie sich erneut mit betroffenen Gebäudeeigentümern sprechen und sich ein Bild von der Situation manchen. „Zu einem Besuch in Staufen gehört auch ein Gespräch mit den von Risskatastrophe besonders Betroffenen“, sagte die Abgeordnete. Im Haus Trch, dem Rathauskaffee und dem Gasthaus Löwen konnte sie sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden an den Gebäuden machen. Auch wenn die Risse immer wieder gefüllt und überdeckt werden, so sind die Schäden dennoch nicht zu übersehen.

Besonders schwer betroffen ist das Rathauscafe. Zu Zeit laufen aufwändige Reperaturmaßnahmen deren Kosten sich auf etwa 140.000 Euro belaufen werden.

Im Haus Trch wurden die Risse im Wohnzimmer erst vor wenigen Monaten mit Gipsplatten überdeckt. Zudem musste der Boden im Wohnzimmer aufgegraben werden, weil aufgrund der Erdbewegungen eine Wasserleitung abgerissen war.

Im Gasthaus Löwen ist der Holzboden in einem Gastraum mit mit einer Sperrholzplatte überbaut worden. Erst kürzlich wurden die Risse in den Wänden mit Schaum abgedichtet. Wie lange die Reparaturen halten weiß niemand. Die Belastbarkeit einiger Gebäude sei an der Grenze. Entsprechend steige das Maß der Schäden an. Die Linie der Hebungen gehe nach unten, für uns betroffene geht die Linie aber nach oben „Wenn ein Schaden repariert ist, kommt der nächste“, berichtet Herr Trch. Die Schlichtung laufe aber gut und sei eine große Hilfe für die Betroffenen. Doch die Zukunft sei ungewiss.

Bärbl Mielich lobte das Engagement der Ininitiative der Rissgeschädigten (IGR) und des Vereins Staufener Stadtbild e. V.

Deutlich vorgebracht wurde die Forderung, neben dem Abpumpen von Grundwasser nach anderen oder zusätzlichen Lösungen zu suchen. Niemand wisse, ob das Abpumpen von Grundwasser die Hebungen wirklich zum Stillstand bringe. Die Fragen nach Alternativen sei gestellt, so die Betroffenen, aber die Antworten würden ausbleiben. Die Suche müsse weitergehen. Dem pflichtete Dr Uli Wüst bei. Die Suche müsse weitergehen.

„Es braucht Fachleute die Mut haben neue Wege zu gehen und neue zu suchen und umzusetzen“, stellt Bärbl Mielich fest.

Gespräch mit Bürgermeister Michael Benitz

Beim Gespräch mit Bürgermeister Michael Benitz wurden u. a. folgende Themen besprochen: Lehrerversorgung am Faustgymnasium in Staufen, Risskatastrophe, Ortsumfahrung Staufen

Lehrerversorgung am Kreisgymnasium

Dazu hatte die Abgeordnete konkrete Zahlen mitgebracht.

Bürgermeister Benitz erklärte, dass die Statistik eine gute Lehrerversorgung für Gymnasien ausweise, aber oft bestimmte Fachlehrer fehlen würden. Er wünsche sich mehr Flexibilität für die Schulen.

Bärbl Mielich erklärte, dass die Grünen den Schulen mehr Eigenverantwortung geben wollen. Nach ihrem Konzept sollen die Schulen eine eigene Budgetverantwortung bekommen und ihre Schwerpunkte selbst bestimmen können. Erprobt werde dieses Konzept z. Zt. in Tübingen.

Leider sei es noch nicht gelungen, die seit vielen Jahren unterschiedliche Mittelverteilung auf die vier Regierungspräsidien anzugleichen. Dem RP Freiburg seien traditionell im Verhältnis zu den anderen Regierungspräsidien immer weniger Mittel zugeteilt. Es habe Verbesserungen gegeben aber eine völlige Angleichung sei noch nicht erreicht worden.

Ortsumfahrung Staufen:

Den Kompromiss habe man ja hinbekommen, so Bürgermeister Michael Benitz. Jetzt gehe es darum, dass die Baumaßnahme ins Straßenbauprogramm aufgenommen werde.

Bärbl Mielich erklärte, sie habe die Zusage der Staatssekretärin Dr. Gisela Splett, dass der erste Bauabschnitt der OU Staufen wenn finanziell möglich, in den Maßnahmenkatalog 2017-2019 aufgenommen werde. Sie bleibe in dieser Sache auf jeden Fall am Ball.

Die Anregung der beiden Stadträte Heinz Ladener und Dr. Uli Wüst für eine intelligente Verkehrslenkung nach Fertigstellung der Baumaßnahme fand allgemeine Zustimmung.

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