Diskussionsveranstaltung zum Sicherheitszustand des AKW Fessenheim

„Sicherheitszustand des AKW Fessenheim“

Unter dieser Überschrift fand am 23.01.2014 eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Christian Küppers, Dipl. Physiker und stellvertretender Bereichsleiter für Nukleartechnik und Anlagensicherheit am Öko-Institut in Darmstadt, Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im Ministerium für Umwelt, Klimaschutz und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, und der grünen Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich im Markgräfler Museum in Müllheim statt. Christian Küppers stellte das Sicherheitsgutachten für das Atomkraftwerke Fessenheim vor, das im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vom Öko-Institut Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Physikerbüro Bremen erstellt worden war. Das Atomkraftwerke Fessenheim und Beznau waren dabei genauer unter die Lupe genommen und mit dem Sicherheitsstandard deutscher AKW verglichen worden.

Beim Vortrag von Christian Küppers wurde in erschreckender Weise deutlich, welches Ausmaß die gravierenden sicherheitstechnischen Defizite im Atomkraftwerk Fessenheim sind. Neben der mangelnden Erdbebenauslegung, dem kaum vorhandenen Schutz gegen Überschwemmungen und Flugzeugabstürzen oder anderen mechanischen Einwirkungen von Außen und den nur unzureichend vorhandenen Redundanzen bei der Notstromversorgung sind die Brennelementelager in einem separaten, kaum gegen äußere Einwirkungen geschützten Gebäude außerhalb des Containments, ein großer Schwachpunkt. Die Druckwelle einer Explosion z. B. eines explodierenden Gastankers auf dem Rhein oder ein Terrorangriff hätten verheerende Folgen. „In Deutschland wäre das AKW Fessenheim stillgelegt“, erklärte Küppers.

Ministerialdirigent Helmfried Meinel vom Umweltministerium Baden-Württemberg erklärte: die Landesregierung werde alles tun, was diplomatisch erlaubt sei. „Mit dem Sicherheitsgutachten sind wir an die Grenze des diplomatisch möglichen gegangen“.

Die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich erklärte: „Wir müssen auf allen Ebenen zusammenarbeiten und die Region Elsaß noch mehr mit ins Boot holen, damit das Atomkraftwerk Fessenheim endlich abgeschaltet wird. Es gilt, gemeinsam zu erkunden, was getan werden kann, um aus der Region Elsaß eine Modellregion für alternative Energiegewinnung zu machen. Es geht darum, deutlich zu machen, dass die Gemeinden und die Menschen durch die Abschaltung der AKW gewinnen können“. Bärbl Mielich erklärte, auch mit französischen Akteuren im Gespräch zu sein und die Kontakte nach Frankreich weiter ausbauen zu wollen.

Präsentation Küppers:
http://www.gruene-muellheim-neuenburg.de/up/?attachment_id=726

Link zum Sicherheitsgutachten:
http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/98922/

Die Badische Zeitung berichtete am 25.01.2014 über die Veranstaltung:
http://www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/wunsch-nach-mehr-kritischen-stimmen

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