Bärbl Mielich und Gerd Weimer besuchen die VAUBANaise — ein herausragendes Beispiel gelebter Inklusion“

Auf Einladung der grünen Landtagsabgeordneten und gesundheitspolitischen Sprecherin der Fraktion GRÜNE, Bärbl Mielich, und der inklusiven Genossenschaftsinitiative VAUBNaise eG besuchte der Landesbehindertenbeauftragte Gerd Weimer am 15.02.2016 die VAUBANaise in Freiburg, um sich vor Ort über das inklusive Leuchtturmprojekt zu informieren und mit den Beteiligten über die finanzielle Zukunft des Projekts ins Gespräch zu kommen. Hintergrund hierfür ist die fehlende Anerkennung als selbstorganisierte Wohnform durch die zuständigen Entscheidungsinstanzen und, daraus resultierend, eine entsprechend finanzielle Lücke, die von den Eltern der Bewohner selbst ausgeglichen werden muss.

Die VAUBANaise eG wurde 2011 durch eine Elterninitiative für Menschen mit Behinderung gegründet mit dem Ziel, ihren Kindern mit Handicap ein lebenslanges unabhängiges und selbstbestimmtes Wohnen jenseits des stationären Wohnens zu ermöglichen. Konzipiert als selbstorganisierte Wohnform erhalten die 11 Bewohner von VANTA 5 und VANTA 6 (so die Namen der beiden Wohnformen) einen Dauernutzungsvertrag der Räumlichkeiten und einen individuellen Versorgungsvertrag mit einem Pflegedienstleister. Die Entkopplung von Miet- und Dienstleistervertrag begründet die Definition als selbstorganisierten (im Vergleich zu Träger-geführten) Wohnform.

Mit dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz habe die grün-rote Landesregierung 2014 insbesondere die Gründung und Stärkung solch selbstorganisierten Wohnformen vorangetrieben, erläutert Bärbl Mielich in dem Gespräch mit der VAUBANaise Die VAUBANaise hab nun das Problem, dass es eine Diskrepanz zwischen tatsächlichem Leistungsbedarf und der erstatteten Finanzierung gibt. Eine mögliche Lösung müsse über den politischen Weg sowie gemeinsam mit den verschiedenen beteiligten Stellen gefunden werden, betonten Gerd Weimer und Bärbl Mielich.

Pia Federer als Vertreterin der Grünen Gemeinderatsfraktion sicherte zu, das Thema in die Diskussionen des Stadtrats einzubringen und hierdurch ein klares Votum der Stadt Freiburg für die Inklusion zu erwirken. Herr Weimer seinerseits bot an, erneut mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales in Stuttgart zu sprechen, um doch noch eine Lösung für die Finanzierungsproblematik der VAUBANaise zu finden.

Bei einer Besichtigung der beiden Wohnformen konnte sich die politische Delegation im Anschluss an das Gespräch noch ein Bild machen von den räumlichen Gegebenheiten, dem Tagesablauf der Bewohner und den Betreuungsarrangements. Während es sich bei der VANTA 5 mit 5 BewohnerInnen um eine Wohngemeinschaft mit gemeinsamen Wohn- und Essbereich handelt, wohnen die 6 BewohnerInnen der VANTA 6 in Einzelapartments. Zwei der Appartements sind an StudentInnen ohne Handicap vermietet, die ebenfalls im Alltag mitleben und mithelfen. Der gesamte Gebäudekomplex ist barrierefrei gestaltet.

Nach der Besichtigung hob Gerd Weimer hervor, dass das Projekt eine gewünschte und tatsächliche gelebte Inklusion verbinde. Bärbl Mielich betonte, „dass das Projekt von grundsätzlicher Bedeutung für die Rechte von Menschen mit Behinderung ist. Die VAUBANaise hat Vorbildcharakter für die Inklusion und muss deshalb unbedingt gestärkt werden.“

Bericht: Marius Strub

Weitere Berichte:

Die Badische Zeitung berichtete am 16.02.2016 von dem Besuch.

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