v.l. Waltraud Kannen, Bärbl Mielich, Moderatorin Gabriele Hennicke, Rüdiger Ahlers beim Gespräch in Münstertal. Foto: Gabriele Hennicke

Bärbl Mielich beim Grünen Bürgergespräch „Alt werden in der Gemeinde“

Das Grünen Bürgergespräch „Alt werden in der Gemeinde“ war Auftakt für Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung von Konzepten für Wohn- und Lebensformen im Alter in Münstertal

„Alt werden im ländlichen Raum am Beispiel Münstertal“, war das Thema, zu dem sich Waltraud Kannen, Geschäftsführerin der Sozialstation Breisgau-Süd, Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich, Vorsitzende des Sozialausschusses und Gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion und Bürgermeister Rüdiger Ahlers beim Bürgergespräch des Ortsverbandes Staufen-Münstertal der GRÜNEN im Gasthaus Bahnhof in Münstertal am 28. Januar 2016 mit dem zahlreich erschienen Publikum austauschten.

Wie kann es gelingen, auch im Alter selbständig das eigene Leben zu organisieren? Welche Angebote braucht es dafür? Welche Unterstützung gibt es durch soziale Dienste und andere? Wie fördert die Landesregierung dörfliche Strukturen und kleine Wohngruppen? Dies waren einige der Fragen, über die gesprochen wurde.

Die Landesregierung habe Handlungsempfehlungen und Förderprogramme für den ländlichen Raum entwickelt und gesetzliche Rahmenbedingungen im Bereiche der Pflege durch das neue Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz geschaffen. Dies ermögliche eine große Vielfalt an neuen Wohnformen für pflegebedürftige Menschen, sagte Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich. Waltraud Kannen berichtete von betreuten Pflege-Wohngemeinschaften in Eichstetten und der Initiative „Mittendrin“ in Staufen, die beide bürgerschaftliches Engagement von Ehrenamtlichen und Angehörigen einbeziehen. Sinnvoll seien dezentrale Lösungen, bei denen die Menschen vor Ort, durch Vereine und Bürgergruppen beteiligt sind, so die Referentinnen. Bürgermeister Rüdiger Ahlers erläutere den Stand der Überlegungen in Münstertal: Bislang werde in Gemeinderat und Verwaltung über eine Pflegeheim nachgedacht, das 40 bis 50 Plätze benötige, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Mögliche Standorte seien auf kommunalen Flächen östlich der Abt-Columban-Schule und gegenüber dem Supermarkt. Noch fehle allerdings der Investor, der ein solches Projekt finanzieren wolle.

Durch die Vorbereitung auf den Abend sei ihm allerdings klar geworden, dass der tatsächliche Bedarf der Bevölkerung noch gar nicht festgestellt worden sei, sagte der Bürgermeister. Womöglich brauche es gar andere, dezentrale Angebote, beispielsweise kleinere Einheiten mit flexible nutzbaren Räumlichkeiten an Standorten im Obertal, im Untertal und im Rotenbuck, war Ergebnis der Diskussion unter den Podiumsteilnehmern und dem Publikum. Bürgermeister Rüdiger Ahlers will in einem ersten Schritt bei einer eigenen Veranstaltung mit der Bevölkerung ins darüber Gespräch kommen, welche Wohn- und Lebensformen im Alter in Münstertal gewünscht werden.

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