Markus Glockner, MdEP Maria Heubuch, Dr. Thomas Coch, MdL Bärbl Mielich

MdEP Maria Heubuch und MdL Bärbl Mielich besuchen Höfe in Münstertal, Heitersheim und Buggingen

Die Europaabgeordnete Maria Heubuch war am 03.02.2016 auf Einladung der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich in die Region gekommen, um mit Bauern zu sprechen. Auf dem Besuchsprogramm standen die Käserei Glocknerhof in Münstertal, der Landwirtschaftsbetrieb Bernhard Walz in Heitersheim und der Bioweinbaubetrieb Ruesch in Buggingen, wo eine Gesprächsrunde mit Bauern aus der Region stattfand.

  1. Station: Der Glocknerhof im Münstertal

Von links nach rechts: Dr. Thomas Coch, MdL Bärbl Mielich, MdEP Maria Heubuch, Markus Glochner Von links nach rechts: Dr. Thomas Coch, MdL Bärbl Mielich, MdEP Maria Heubuch, Markus Glochner

Die steilen Hänge des Münstertals können kaum mit Maschinen bewirtschaftet werden. Landwirte wie die Familie Glockner vermeiden durch Beweidung mit Ziegen und Kühen die Verbuschung der Landschaft. Eine wichtige Voraussetzung für den Tourismus, das Hauptstandbein des Münstertals. „Hier wird auf sehr eindrucksvolle Weise gezeigt, wie sinnvoll die Freihaltung der Landschaft ist und wie Naturschutz im Einklang mit Tourismus steht. Für uns Grüne ein zentrales Ziel eines nachhaltigen Ntaurschutzes!“ erklärte Bärbl Mielich dazu. In einigen Bereichen können die Hänge nur von Ziegen beweidet werden. Die Milch der Kühe und Ziegen wird in der hofeigenen Käserei verarbeitet und direkt über den Hofladen und auf Märkten in der Umgebung verkauft. Bei einer Führung auf dem Hof erhielten Bärbl Mielich und Maria Heubuch Informationen über die Betriebsabläufe im Ziegenstall, im erst vor wenigen Jahren neu gebauten Kuhstall mit Melkstand und in der Käserei. Kostproben durften dabei natürlich nicht fehlen. „Mich beeindruckt sehr, wie es auf dem Hof gelingt, die Milchviehhaltung so zu gestalten, dass alle Tiere genügend Bewegungsraum haben.“, so Bärbl Mielich

Die Bürokratie und die immer neuen Vorschriften seien ein Problem, zumal sie teilweise sehr eng ausgelegt würden erklärte das Ehepaar Brenneisen-Glockner. Die Verordnungen aus Brüssel seien nicht für Betriebe in Regionen wie dem Münstertal gemacht.

Dr. Thomas Coch Geschäftsführer der Ferienregion Münstertal-Staufen wies darauf hin, dass die Feriengäste genau das suchten was hier auf dem Hof geboten würde. Landwirtschaft zum Anfassen, weidenden Ziegen und Kühe und den Käse direkt vom Hof.

Dem pflichtete die Europabgeordnete, selbst Bäuerin aus dem Allgäu, bei und erklärte: Verordnungen könnten nicht für alle Betriebe und alle Bereiche die gleichen sein. Großbetriebe in Nord- oder Ostdeutschland könnten nicht nach den gleichen Regeln wirtschaften wie im Schwarzwald. Es seien gerade die grünen Landwirtschaftsminister, die mehr Flexibilität und Berücksichtigung der regionalen Situation einforderten.

  1. Station: Walzland, der Hof von Bernhard Walz in Heitersheim
MdL Bärbl Mielich (li.) und MdEP Maria Heubuch mit Bernhard Walz auf dessen Hof.

MdL Bärbl Mielich (li.) und MdEP Maria Heubuch mit Bernhard Walz auf dessen Hof.

Bernhard Walz begrüßte die Gäste auf dem Hof und führte sie als erstes in den Schweinestall. Die Schweinzucht habe er reduziert, erklärte er. Das Hauptstandbein sei der Kartoffelanbau. Über 20 Kartoffelsorten werden auf dem Hof angebaut und direkt vom Hof, oder über Lebensmittelgeschäfte in der Umgebung vermarktet. Kartoffeln müssten gut schmecken, dann stimme auch der Absatz. Um die notwendige Düngemenge zu berechnen, würden vorher Bodenproben gezogen. Viel Dünger bringe zwar hohen Ertrag, aber keine schmackhaften Kartoffeln, erklärte Bernhard Walz.

 

  1. Gesprächsrunde mit Bauern zum Thema Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft in der Probierstube des Weingut Ruesch in Buggingen.
MdEP Maria Heubuch und MdL Bärbl Mielich im Gespräch mit Landwirten aus der Region

MdEP Maria Heubuch und MdL Bärbl Mielich im Gespräch mit Landwirten aus der Region

Friedich Ruesch begrüßte die Gäste und stellte kurz den Betrieb vor. Der biologisch angebaute Wein wird selbst vermarktet. Neben dem Weinbau werde auch Ackerbau betrieben und hauptsächlich  Sojabohnen für die Herstellung von Tofu angebaut.

Bei einem Vesper mit Produkten aus der Region kamen Bärbl Mielich und Maria Heubuch mit den Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung ins Gespräch.

Vorschriften und niedrige Preise waren die hauptsächlichen Themen, die von den Landwirten angesprochen wurden. Die Arbeit in der Landwirtschaft werde nicht genug wertgeschätzt, erklärte eine Bäuerin.

Die Verbraucher würden immer stärker darauf achten, wie und wo Lebensmittel hergestellt würden, erläuterte Maria Heubuch. Bioprodukte hätten sich durchgesetzt und würden einen besseren Preis erzielen. Gentechnikfreiheit und Tierschutz seien ebenfalls Kriterien, die bei den Kunden zählen würden. Dafür würde auch ein besserer Preis bezahlt. Produkte aus der Region über Hofläden vermarktet seien ebenfalls eine Möglichkeit bessere Preise zu erzielen. Es bilde sich gerade eine Entwicklung ab, die die Nachfrage nach Bio-Produkten, vor allem nach Bio-Milch unabhängig von der Menge der konventionell angebotenen Milch steigere. Für Bärbl Mielich ein klares Signal, dass „das Bewusstsein der VerbraucherInnen zunehmend sensibler wird und in anderem Kaufverhalten gipfelt.“

Die einheitlichen EU-weiten Regelungen, die für Großbetriebe gemacht seien und nicht für alle Regionen passen würden, waren auch hier ein Diskussionsthema.

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