Zustand der Eisenbahnbrücke auf der Rheintalbahn zwischen Buggingen – Seefelden und Heitersheim

PRESSEMITTEILUNG
20.10.2014

MdL Mielich: „DB sieht keinen akuten Handlungsbedarf bei Eisenbahnbrücke bei Buggingen“

„Die Rheintalbahn ist eine der meistbefahrensten Schienenstrecken in Europa. Viele tausend Menschen sind täglich auf dieser Strecke mit Nah- und Fernverkehrszügen unterwegs, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zu ihrem Reiseziel. Entsprechend hohe Ansprüche müssen an die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Streckeninfrastruktur und des Zugmaterials gestellt werden“, erklärt die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich. Nachdem bekannt geworden war, dass die Brücke bei Buggingen in die schlechteste bahninterne Kategorie 4 eingestuft wurde, habe sie die DB Netz AG um nähere Auskünfte gebeten. Nach bahneigener Definition sind die Schäden bei der Einstufung in Kategorie 4 so gravierend, dass eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich ist.

Laut dem Antwortschreiben von DB Netze ist in 2009 eine Spritzbetonschale zur Instandsetzung angebracht worden. Dadurch habe der Brückenzustand verbessert werden können. Weitere Maßnahmen würden offenbar nicht als notwendig erachtet, so Bärbl Mielich. An der Einstufung in die schlechteste Kategorie 4 habe sich dadurch aber nichts geändert. Beeinträchtigungen des Zugverkehrs zwischen Schliengen und Freiburg durch Schäden an der Infrastruktur seien nicht zu erwarten. Die Brücken befänden sich in einem regelkonformen Zustand.

„Auch wenn es in diesem Fall erst mal Entwarnung gibt, muss sich die Bahn mehr um die nachhaltiege Sanierung der Infrastrukutur kümmern“, fordert Bärbl Mielich. Trotz steigender Trassenpreise werde bei der Infrastruktur auf Verschleiß gefahren. In den letzten Jahren sei es im Nahverkehr auf der Rheintalstrecke immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen wegen technischer Probleme gekommen. Damit müsse es ein Ende haben. „Nachverkehr muss zuverlässig und sicher sein“, so die klare Forderung der Abgeordneten.

Die Landesregierung setze sich daher beim Bund für die Umsetzung eines einstimmigen Beschlusses der Verkehrsministerkonferenz ein. Diese hatte vorgeschlagen, einen Fonds nachholende Sanierung einzurichten und diesen u.a. mit einer Ausweitung der LkW-Maut zu finanzieren. Im Zusammenspiel mit klaren Spielregeln für die Bahn bei der Verwendung der Gelder, die sie für das Netz bekommt, könne so der Sanierungsstau angegangen werden.

Hintergrund: Das Durchschnittsalter der Eisenbahnbrücken in Deutschland liegt bei 55,9 Jahren. Dieses Durchschnittsalter nimmt immer weiter zu (Quelle: Infrastrukturzustandsbericht 2012). Bahn-Chef Rüdiger Grube hat den Sanierungsstau zuletzt auf 30 Milliarden Euro beziffert. Bahnintern werden Bauwerksteile in Zustandskategorien 1- 4 eingeordnet. Die in die Zustandskategorie 4 befindlichen Bauwerksteile weisen gravierende Schäden auf, welche die Sicherheit nicht beeinflussen. Eine wirtschaftliche Instandsetzung ist nicht mehr möglich.

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