Lärm- und Erschütterungen durch die Münstertalbahn. Bärbl Mielich lädt ein zum Vororttermin

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich kam Staatssekretärin Dr. Gisela Splett nach Staufen, um sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Beschwerden über Lärm und Erschütterungen durch die Münstertalbahn persönlich ein Bild von der Situation vor Ort machen. Zu dem gemeinsamen Gespräch waren außerdem Dr. Walter Gerstner, Geschäftsführer der SWEG, Dr. Thomas Dreßler, RP Freiburg, Thomas Wisser, Geschäftsführer ZRF, Bürgermeister Michael Benitz, Christian Hausmann und Peter Reinbold von der Bürgerinitiative Münstertalbahn, Christa Dzionara von der IG Staufen 2020, Kreisrat Josef Heckle und die Stadträte Heinz Ladener und Dr. Uli Wüst eingeladen.

Die Delegation hatte sich zunächst von Bad Krozingen aus mit der Münstertalbahn auf den Weg gemacht, um den Lärm vor Ort zu hören und nach Abhilfemöglichkeiten zu suchen. In Staufen stand dann eine Begehung der Staufener Kurve auf dem Programm und im Anschluss daran eine Gesprächsrunde im Gasthaus Kornhaus in Staufen.

Mit den Lärmproblemen durch die Münstertalbahn sei sie schon länger befasst und stehe sowohl mit den Bürgerinitiativen als auch mit der SWEG und dem Verkehrsministerium in Kontakt, erklärte die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich bei der Begrüßung. Es sei ihr ein großes Anliegen hier Lösungen zu finden. Deshalb habe sie zu diesem Termin geladen, erklärte die Abgeordnete.

Aus Sicht der Bürgerinitiativen sind die von der SWEG getroffenen Maßnahmen wie der Einbau von Schmieranlagen und das Schleifen der Schienen nicht ausreichend. Andere, besser geeignete Fahrzeuge sowie bessere Schmieranlagen und verminderte Geschwindigkeit wurden als Vorschläge vorgebracht. Die Erfahrungen mit der Münstertalbahn sollen bei der Ausschreibung und der Vergabe weiterer Strecken berücksichtigt werden.

Der Wunsch nach Probefahrten mit anderen Fahrzeugen ohne Jakobsdrehgestelle oder mit geringerem Achsabstand wurde sowohl von Bürgermeister Benitz als auch den VertreterInnen der BIs geäußert, allerdings sei der Aufwand neue Fahrzeuge auf die Strecke zu bringen und Messungen durchzuführen sehr groß und wurde angesichts des vorhandenen Zugmaterials sowohl von Herrn Wisser als auch von der SWEG als nicht zielführend bewertet. Alle Beteiligten wiesen aber auch auf die tatsächlichen Vorteile wie Taktverkehr, mehr und bessere Verbindungen sowie Barrierefreiheit durch die Elektrifizierung und die neuen Züge sowie auf die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen hin.

Das Thema Lärmschutz sei ihr sehr wichtig, sagte Staatssekretärin Dr. Gisela Splett. Es sei unbefriedigend, dass solche Probleme bei neuen Zügen auftauchten. Die Erwartungen wären ganz andere gewesen. Dennoch laufe der Betrieb der Münstertalbahn im gesetzlichen Rahmen. Die Grenzwerte würden sowohl am Tag als auch in der Nacht eingehalten. Dennoch gäbe es Handlungsbedarf, allerdings gestalteten sich Lösungen schwierig.

Am Ende des Gesprächs wurde folgendes vereinbart und von Bärbl Mielich zusammen gefasst:

Herr Dr. Gerstner hat zugesagt, mit der NVBW noch einmal zu prüfen, ob im Fahrplan 2016, besonders in den Nacht- und Abendstunden, in denen die Münstertalbahn im Stundentakt fährt, langsamere Fahrgeschwindigkeiten an den neuralgischen Punkten berücksichtigt werden können. Im Halbstundentakt ist dies leider nicht möglich.

Weiter verfolgt werden soll die Prüfung einer alternativen Schienenschmieranlage, wie von der BI vorgeschlagen.

Eine Initiative zur Änderung der gesetzlichen Vorgaben für Schienenfahrzeuge im Nahverkehr unter Berücksichtigung kurvenreicher Strecken könnte mittel- bis langfristig dazu führen, dass Probleme wie sie auf der Münstertalbahn entstanden sind, vermieden werden können. Gisela Splett ist dazu mit den Ministerien der anderen grün-mitregierten Länder im Gespräch. Die Umsetzung zusätzlicher Grenzwerte für Kurven gestaltet sich allerdings schwierig, weil es zunächst Definitionen von Kurvenstandards geben muss.

Bärbl Mielich bedankte sich bei den Delegationsteilnehmerinnen für ihr Kommen und ihre Beiträge und erklärte, dass weitere Gespräche folgen würden, wenn erste Ergebnisse der angesprochenen Maßnahmen bekannt seien.

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