Bärbl Mielich besucht das 2. Jahresfest des Bachelor-Studiengangs Pflegewissenschaft

Am 15.06.2012 besuchte die Grüne Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich das 2. Jahresfest des Bachelor-Studiengangs Pflegewissenschaft an der Universität Freiburg.


von links nach rechts: Medizinische Fakultät der Universität Freiburg, Prof. Rudolf Korinthenberg, Studiendekan Humanmedizin; Universitätsklinikum Freiburg, Frau Beate Buchstor, Pflegedirektorin, MdL Frau Bärbl Mielich, Abgeordnete des Landtages von Baden-Württemberg Bündnis 90 / Die Grünen

Der noch junge Studiengang Pflegewissenschaft an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg hatte in diesem Jahr zu zwei Impulsvorträgen und einem anschließenden geselligen Beisammensein eingeladen. Der Studiengang bietet die Möglichkeit einer akademischen Erstausbildung in der Gesundheits- und Kranken- bzw. Kinderkrankenpflege und qualifiziert sowohl im Bereich der klinischen Kompetenz als auch im Sinne einer Basisforschungskompetenz für besondere Rollen in der Gesundheitsversorgung in Kliniken und in der Gemeinde.

Prof. Rudolf Korinthenberg, professorale Vertretung des Studiengangs in der Medizinischen Fakultät, betonte in seinem Grußwort, dass der Studiengang einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leisten und Perspektiven für junge Menschen bieten will, welche sowohl an einem Beruf in der Pflege als auch einer akademischen Ausbildung interessiert sind. In beiden Bereichen besteht in Deutschland dringender Handlungsbedarf. Eine weitere zentrale Bedeutung dieses Studiengangs besteht darin, dass er eine Basis für die Entwicklung der Pflegewissenschaft an einer Universität in Baden-Württemberg bereithält. Ein Ausbau durch einen Masterstudiengang und ein Promotionsrecht in Baden- Württemberg ist somit möglich.

Antrag und Stellungnahme zum Studiengang Pflegewissenschaften

Im offiziellen Teil des Jahresfestes zeigte Dr. Geraldine Lyte, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Pflegewissenschaft an der Universität Manchester Perspektiven Europäischer Pflegebildung auf. Obwohl sich die Entwicklungen in Deutschland von denen in Großbritannien unterscheiden, fand sie gemeinsame Herausforderungen wie zum Beispiel gesteigerte Patientenerwartungen, eine alternde Bevölkerung und ökonomische Herausforderungen der Gesundheitsversorgung. In Großbritannien ist die akademische Erstausbildung ab 2013 Bestandteil einer Ausbildung im Pflegeberuf. In Deutschland entwickeln sich seit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge im Jahr 2005 die ersten Bachelor-Studiengänge, die mit einer beruflichen Anerkennung im Pflegeberuf verbunden sind.

Geraldine Lyte stellte auch eine Studie aus den Vereinigten Staaten vor, die einen Zusammenhang zwischen Pflegebildung und Patientenergebnissen im Bereich der chirurgischen Versorgung im Krankenhaus aufzeigt. Eine weitere Untersuchung, an der vier Bundesstaaten der USA und zwölf europäische Staaten beteiligt waren, zeigt einen Zusammenhang von besseren Betreuungsergebnissen mit erstens einer besseren Personalbesetzung in der direkten Pflege, zweitens mehr Entscheidungsmöglichkeiten für Pflegende und drittens einer besseren Beziehung von Pflegenden zu den Ärztinnen und Ärzten in der Praxis.

Interessant für die Freiburger Pflegewissenschaft: Die Entwicklung der akademischen Erstausbildung an der Universität in Manchester begann vor 25 Jahren unter ganz ähnlichen Bedingungen wie derzeit an der Freiburger Medizinischen Fakultät mit 25 Studierenden. Heute ist Geraldine Lyte als Studiengangleitung für 1.100 Pflegestudierende verantwortlich.

Die Entwicklungen in der Pflegepraxis im Universitätsklinikum Freiburg sind jedoch bereits bei einzelnen akademisch qualifizierten Pflegeexperten angelaufen.

Stefan Köberich, MScN Pflegewissenschaft und Nurse Fellow of the European Society of Cardiology, präsentierte auf dem Jahresfest seine Arbeit im Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen. Der Vortrag konnte sehr gut vermitteln, wie zukünftige Aufgabenfelder von akademisch ausgebildeten Pflegenden hierzulande aussehen könnten. Stefan Köberich berichtete über den aktuellen Stand seiner Promotion am Institut für Medizin-, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft der Charité Berlin. Er untersucht die Auswirkung eines Schulungs- und Beratungsprogramms auf Selbstpflege und Pflegeabhängigkeit bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Beim täglichen Wiegen, der Trinkmenge und der Medikamenteneinnahme zeigten sich in einer Vorstudie signifikante Unterschiede bei den Patienten mit Beratung zu jenen ohne Beratung. Eine kontinuierliche Ansprechperson, die im Bereich der Selbstpflege über einen längeren Zeitraum Patienten nach der Entlassung betreut, wurde von den Patienten im qualitativen Teil der Studie ebenso als bedeutsam erwähnt.

Verwandte Artikel