V.l.n.r.: Bärbl Mielich MdL, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg, Harald Müller, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Baden-Württemberg, Carola Herter, Politikreferentin der BARMER GEK Baden-Württemberg

Versorgung im ländlichen Raum sichern und Überversorgung in den Städten abbauen

PRESSEMITTEILUNG

Innovative Modelle der sektorenübergreifenden Versorgung fördern / Gesetzlich Versicherte nicht wie PatientInnen zweiter Klasse behandeln

Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz war Anlass für eine Diskussionsrunde, zu der die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses und Landtagsabgeordnete der Grünen, Bärbl Mielich, und Harald Müller, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK Baden-Württemberg gestern Abend Experten aus dem Gesundheitswesen eingeladen hatten. Kernthemen waren die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Land und die Notwendigkeit zur Erprobung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsmodelle, ebenso wie die Einrichtung von Terminservicestellen und das Recht von Patienten auf eine ärztliche Zweitmeinung.

von li nach re: Bärbl Mielich, Harald Müller (Barmer), Carola Herter(Barmer)

von li nach re: Bärbl Mielich, Harald Müller (Barmer), Carola Herter(Barmer)

In Berlin wird derzeit das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, beraten. Die Regelungen werden große Auswirkungen auf Baden-Württemberg haben, was derzeit für kontroverse Diskussionen in der Gesundheitsbranche sorgt. Ein Innovationsfonds zur Förderung neuer Versorgungsmodelle, die Möglichkeit zur Ausweitung von Arztnetzen und ein verbessertes Entlassmanagement sollen laut Gesetz zur Sicherung einer guten Gesundheitsversorgung im Land beitragen. Außerdem sollen Arztsitze in überversorgten Regionen von den Kassenärztlichen Vereinigungen aufgekauft und nicht nachbesetzt werden. Müller und Mielich waren sich einig: „Das sind gute Ansätze, die wir begrüßen. In Zukunft müssen wir jedoch auch verstärkt sektoren- und berufsgruppenübergreifend denken. Mithilfe eines solchen Innovationsfonds sollten Versorgungsmodelle erprobt werden können, die eine sektorenübergreifende Vernetzung fördern.“

V.l.n.r.: Bärbl Mielich MdL, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg, Harald Müller, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Baden-Württemberg, Carola Herter, Politikreferentin der BARMER GEK Baden-Württemberg

V.l.n.r.: Bärbl Mielich MdL, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg, Harald Müller, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Baden-Württemberg, Carola Herter, Politikreferentin der BARMER GEK Baden-Württemberg

Im Gesetz ist zudem vorgesehen, dass sich PatientInnen künftig an Terminservicestellen wenden können, die ihnen innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln. Bärbl Mielich und Barmer GEK Landeschef Harald Müller waren sich an diesem Abend einig: „Es kann nicht sein, dass gesetzlich Krankenversicherte wochen- oder sogar monatelang auf einen Facharzttermin warten müssen, während Privatpatienten sofort zur Behandlung kommen dürfen.“ Während Landeschef Müller in der Terminservicestelle einen guten Weg sieht, mehr Gerechtigkeit walten zu lassen, erklärte Mielich, dass das Grundproblem im System einer Trennung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung liege und mit der Einrichtung der Stelle nicht beseitigt sei.

Die Breisgauer Abgeordnete Mielich betonte außerdem die Wichtigkeit des Rechts auf Zweitmeinung. „Die Patienten haben mittlerweile zahlreiche Rechte, über die sie leider oft nicht Bescheid wissen. Das Zweitmeinungsrecht ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des Behandlungsverlaufs. Es gibt den Patienten die Möglichkeit, sich eine weitere fachkundige Meinung einzuholen, um dann in Ruhe und umfassend informiert zu entscheiden.“ Barmer GEK Landesgeschäftsführer Müller stimmte dem zu. Zur Vermeidung medizinisch nicht notwendiger Eingriffe sei der Anspruch der Patienten auf eine Zweitmeinung bei bestimmten Indikationen absolut sinnvoll.

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