Hebammengespräch Lörrach: Hebammen brauchen dringend Unterstützung

PRESSEMITTEILUNG
06.10.2014

Der Grüne Landtagsabgeordnete Josha Frey hat die Hebammen im Kreis Lörrach zu einer Gesprächsrunde zum Thema „Zukunft des Hebammenberufs – Sicherung der Existenz von Hebammen“ zusammen mit Bärbl Mielich, der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und Vorsitzenden des Sozialausschuss eingeladen.
20141006 Foto Hebammen
Das Bild, welches die Hebammen zeichnen, ist erschreckend:
Im Kreis Lörrach wird die Geburtshilfe nur noch in der Stadt Lörrach angeboten. Die Versorgung im ländlichen Raum auch zur Vor- und Nachsorge wird immer schwieriger bis unmöglich.
Der Druck auf Hebammen und GeburtshelferInnen durch massiv ansteigende Haftpflichtprämien und eine unzureichende Vergütung ihrer Leistungen ist seit Jahren dramatisch angestiegen. Daher geht die Zahl der freiberuflichen Hebammen im Kreis Lörrach stetig zurück. „Der Beruf der Hebamme wird immer unattraktiver, so dass es kaum junge Auszubildende gibt und es an Nachfolgerinnen sowohl im Geburtshaus, aber auch im St. Elisabeth Krankenhaus mangelt“, sagt die Kreisvorsitzende des Hebammenverbandes Rita Lechner.
Durch die Verkürzung der Versorgung junger Mütter im Krankenhaus ist der Anspruch an die Wochenbettbetreuung stark gestiegen. Dieser Nachfrage können die freien Hebammen im Kreis nicht mehr nachkommen.
Die Hebammen wollen, dass die Frauen gut versorgt sind, dabei müssen Sie aber an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen. „Ohne Zubrot des Partners, kann ich von meiner Arbeit nicht leben“, kritisiert eine freiberufliche Hebamme.
Da die Geburtshilfe ein Teil der Daseinsvorsorge ist, sprach sich Bärbl Mielich für einen Haftungsfond aus, der auch aus Steuergeldern finanziert wird. Dies erscheint ihr notwendig, um unabhängig von Versicherungen zu werden. Sie berichtete, dass viele Kliniken mit Geburtshilfe sich schon nicht mehr versichern, sondern das Risiko selbst tragen. Dies können freiberufliche Hebammen nicht riskieren. Daher plädierte Josha Frey für eine schnelle Lösung auf Bundesebene.
Daneben setzen sich die Grünen im Landtag für eine regionale Gesundheitsplanung ein, die neben der Versorgung mit Kliniken, Ärzten und Psychologen, auch die Standortsicherung für Hebammen vorsieht. „Hier braucht es eine Bedarfsplanung in den Landkreisen, um eine flächendeckende Familienhilfe anbieten zu können und deren Finanzierung zu sichern“, waren sich die Abgeordneten einig.
Einen Antrag der grünen Kreistagsfraktion zur finanziellen Unterstützung der Hebammen in Lörrach bei außerklinischen Geburten und zur Sicherung des Geburtshauses in Lörrach bringen Heike Hauk und Ina Rosenthal ein.
„Die Hebammen brauchen jetzt sofort unsere Unterstützung, sonst ist die gute Versorgung der Schwangeren und Wöchnerinnen im Landkreis gefährdet und die Zahl der Hebammen nimmt weiter ab“, waren sich alle in der Runde einig.

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