Grünen-Abgeordnete im Gespräch mit Hebammen im Emmendingen: „Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung“

Pressemitteilung
09.07.2014

In einem Gespräch mit den Hebammen aus dem Landkreis Emmendingen diskutierten der Grüne Landtagsabgeordnete Alexander Schoch und die gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion und Vorsitzende des Sozialausschusses, Bärbl Mielich, in Emmendingen über die berufliche Situation der Hebammen und das Thema natürliche Geburt.

2014_09_07 PM Schoch-Mielich Hebammen
Schoch-Mielich Hebammengespräch

Hintergrund der Einladung war die nach wie vor äußert unbefriedigende Berufssituation der Hebammen und die nicht geklärte Antwort auf die Frage, wie die Haftpflichtversicherung für Hebammen in Zukunft geregelt werden soll. Die beiden Abgeordneten wollten insbesondere von den Hebammen in der Region wissen, wo deren Kritikpunkte aber auch ihre Verbesserungsvorschläge liegen.
„Wir brauchen eine verlässliche Lösung des Versicherungsproblems“, waren sich die Hebammen einig. Aber ihre Kritik galt auch in verstärktem Maße den Kostenvereinbarungen mit den Kassen. „Bundesweit wird von der Einführung des Mindestlohns gesprochen; davon sind wir in der Geburtshilfe weit entfernt! 300 Euro werden beispielsweise pauschal für eine Hausgeburt gezahlt, egal wie lange sie dauert. Wir brauchen dringend Leistungs-vereinbarungen auf Bundesebene, welche die Arbeit der Hebammen besser abbildet“, so die Hebammen.
Wenn es nicht gelänge, diese gravierenden Probleme politisch zu lösen, werden immer weniger junge Frauen den Hebammenberuf ergreifen. Auch in Südbaden, erfahrungsgemäß eine gut versorgte Region mit Hebammen, müssten schwangere Frauen schon von Beginn der Schwangerschaft nach einer Betreuung durch eine Hebamme suchen. „Wir werden auch im Kreis Emmendingen immer weniger“, sagt eine der Hebammen.

Ziel muss es sein, so Schoch, den Berufsstand der freien Hebammen nachhaltig zu stärken. „Seit 2010 setzen wir Grünen uns schon für eine Lösung der Haftpflichtproblematik von freien Hebammen auf Bundesebene ein“, sagt Alexander Schoch. „Die Vorschläge der Grünen dazu liegen auf dem Tisch, jetzt muss die Bundesregierung handeln! “
Anzahl der Kaiserschnitte von 14 auf 37 Prozent gewachsen
Das zweite große Thema des Gesprächs war die Kampagne „Natürliche Geburt“ der Landes-regierung, die auf Initiative von Bärbl Mielich ins Leben gerufen worden ist. Diese soll dazu beitragen die Vorteile einer natürlichen Geburt für werdende Mütter wieder in den Vor-dergrund zu rücken. Denn immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt auf die Welt. In Baden-Württemberg lag der Anteil der Kaiserschnitte in den 90iger Jahren bei 14 Prozent, heute liegt er bei 33 Prozent und im Landkreis Emmendingen sogar über dem Landes-durchschnitt bei 37 Prozent.
Für Bärbl Mielich und Alexander Schoch muss die Zusammenarbeit und Beratung durch die Klinik, die Ärzte und Hebammen deutlich verbessert werden, denn nicht selten spielen Ver-unsicherung und Angst bei der Entscheidung gegen eine natürliche Geburt eine große Rolle.

Mit der Kampagne zur natürlichen Geburt soll gegengesteuert werden und Mut gemacht werden. „Die Hebammen müssen als fester Bestandteil unseres Gesundheitssystems erhalten und unterstützt werden“, so Bärbl Mielich. „Die Wahlfreiheit der Frauen, selber zu entscheiden, wie und mit wem sie ihre Kinder zur Welt bringen, ist von unschätzbarem Wert und muss erhalten bleiben. Das geht nur mit Hebammen. Wir unterstützen die Forderungen der Hebammen nach verlässlicher Versicherungsform und einer deutlichen Anhebung ihrer Leistungen“, erklärte Bärbl Mielich abschließend.

Verwandte Artikel