Gesprächsrunde zur Zukunft des Hebammenberufs – MdB Kerstin Andreae / MdL Bärbl Mielich (GRÜNE): Hebammen brauchen dringend Unterstützung

PRESSEMITTEILUNG
Freiburg, den 05.11.2014

Die ungewisse Zukunft des Hebammenberufs und die Folgen für die Versorgung in Südbaden standen im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde in Breisach, zu der die grünen Abgeordneten Bärbl Mielich und Kerstin Andreae am 31. Oktober eingeladen hatten.

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Der Druck auf freie Hebammen und Geburtshelfer ist durch massiv ansteigende Haftpflichtprämien und eine unzureichende Vergütung seit Jahren dramatisch angestiegen. Viele stehen daher nun faktisch vor dem Aus.
Die finanzielle Last der freiberuflichen Hebammen in der Region führe bereits jetzt zu einer Unterversorgung mit Geburtshilfe sowie Vor- und Nachsorge, erläuterten die Hebammen die Situation um Breisach. Die Existenz eines ganzen Berufsstands stehe auf dem Spiel, die Zahl der Hebammenschülerinnen sei in den vergangenen Jahren bereits deutlich zurückgegangen. Viele Hebammen gehen bereits heute an die Grenze ihrer Belastbarkeit.
„Die Geburtshilfe ist von enormer Bedeutung für werdende Mütter und auch Väter. Ohne die Beratung der Hebammen fühlen sich frischgebackene Eltern allein gelassen mit ihren Sorgen und Ängsten“, sagt Bärbl Mielich, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und Vorsitzende des Sozialausschusses. Es brauche einen Haftungsfond, der auch aus Steuergeldern finanziert werde, so Mielich weiter. Damit würden Hebammen unabhängig von Versicherungen. „Schon jetzt versichern sich viele Kliniken mit Geburtshilfe nicht mehr, sondern tragen das Risiko selbst. Dies können freiberufliche Hebammen nicht riskieren“, betont Mielich.
Zur Sprache kam auch der Zuschuss der Stadt Breisach für das Breisacher Hebammenteam sowie die Frage eines Landeszuschusses. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dies durchaus sinnvolle kurzfristige Maßnahmen sein können, die eine langfristige, Lösung auf Bundesebene jedoch nicht ersetzen. Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae verwies dabei auf die Anträge der Grünen Bundestagsfraktion und warb dafür, trotz der verzweifelten Situation weiter zu kämpfen: „Der Druck darf jetzt nicht nachlassen, gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Bundesregierung endlich handelt und die vorliegenden Lösungsvorschläge aufgreift.“

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