Enquete Pflege soll Handlungsempfehlungen zur häuslichen Betreuung durch externe Kräfte erarbeiten

Einstimmiger Beschluss im Sozialausschuss:
Enquete Pflege soll Handlungsempfehlungen zur häuslichen Betreuung durch externe Kräfte erarbeiten

Stuttgart. Der Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren hat sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 23. Juli 2015, mit der Sicherstellung einer stabilen Regelung für häusliche Betreuung durch externe Kräfte befasst und dabei einstimmig den Beschluss gefasst, die Enquetekommission „Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten“ zu bitten, dieses Thema aufzunehmen. Dies teilte die Vorsitzende des Gremiums, die Grünen-Abgeordnete Bärbl Mielich, mit.

„Die Enquete kann sich ausführlicher mit dem wichtigen, aber schwierigen und komplexen Thema, wie wir mit Pflegekräften im Haushalt umgehen wollen, befassen“, erläuterte Bärbl Mielich. Wichtig dabei wäre, insbesondere die arbeitsrechtliche Situation, Fragen der Qualität und die Förderbedingungen in den Beratungen und Empfehlungen aufzugreifen. Bislang nutzten das Modell wohl eher wohlhabendere Menschen in städtischen Strukturen, die über größeren Wohnraum verfügten und die Pflegekraft auch unterbringen könnten.
Nach den Eckdaten der Pflegestatistik 2013 des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg werden Mielich zufolge von 298.769 Pflegebedürftigen 70 Prozent (207.924) zu Hause versorgt. 144.593 Pflegebedürftige würden ausschließlich von Angehörigen betreut, 63.331 nähmen Pflegedienste in Anspruch. Die Anzahl externer Betreuungsverhältnisse im häuslichen Pflegekontext betrage laut einem Gutachten der Katholischen Hochschule Freiburg, das der Enquete Pflege vorliege, rund 13.000. Aufgrund der demografischen Entwicklung in Baden-Württemberg und der geänderten familiären Strukturen in der Gesellschaft bestehe ein zunehmend steigender Bedarf an Betreuung durch externe Kräfte in den eigenen vier Wänden. „Künftig werden mehr Menschen mit Unterstützungsbedarf in Baden-Württemberg leben. Wir brauchen Ideen und Strukturen, die die unterschiedlichen Bedarfe miteinander verbinden“, hob die Ausschussvorsitzende hervor.

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