MdL Mielich fordert: Weltweiter Atomausstieg und sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim

Pressemitteilung

30 Jahre Tschernobyl, 5 Jahre Fukushima

MdL Mielich fordert: Weltweiter Atomausstieg als Konsequenz aus den 2 Katastrophen – sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim

Vor 30 Jahren ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl die bis dahin größte nukleare Katastrophe. Große Mengen radioaktiver Substanzen wurden freigesetzt und verstrahlten weite Gebiete in der Ukraine und Weißrussland, aber auch große Teile Westeuropas waren vom radiokativen Fallout betroffen.

Nach Angaben der Intenationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges (IPPNW) waren 8,3 Millionen Menschen in der Ukraine, Weißrussland und Russland großen Men-gen an Radioaktivität ausgesetzt, schätzungsweise weitere 600 Millionen Menschen in Europa wurden mit geringeren Strahlendosen belastet. Krebserkrankungen und Fehlbildungen bei Neugeborenen sind vor allem in den stark kontaminierten Gebieten massiv angestiegen.

„Der 30. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl führt uns erneut die Gefährlichkeit und Unbeherrschbarkeit von Atomanlagen vor Augen. Der globale Ausstieg aus der Atomenergie hätte die Konsquenz aus dieser Katastrophe sein müssen“, erklärt die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich. Doch selbst die Havarien in gleich vier Atomanlagen im japanischen Fukushima vor fünf Jahren habe immer noch nicht dazu geführt, dass weltweit Atomkraftwerke abgeschaltet wurden.

„Selbst alte und marode Anlagen wie das Atomkraftwerk Fessenheim werden auf Biegen und Brechen weiter betrieben. Veraltete Technik, ungenügende Auslegung der Sicherheitssysteme und nicht immer zuverlässig agierendes Personal machen die beiden Reaktorblöcke zu tickenden Zeitbomben“, warnt die Landtagsabgeordnete und fordert: „Diese gefährliche Anlage muss sofort stillgelegt werden“.

Die Untersuchung des schweren Störfalls vom 9. April 2014 durch Prof. Dr. Manfred Mertins im Auftrag der Europabgeordneten Rebecca Harms habe erneut deutlich gemacht, dass im Atomkraftwerk Fessenheim gravierde Sicherheitmängel vorhanden seien. „Der Störfall wurde eindeutig durch Nachlässigkeit und mangelnde Sauberkeit verursacht“, so Bärbl Mielich. „Falsch montierte Wasserstandsanzeiger, ein verstopfter Überlauf und ab-wesendes Personal sind hoch gefährliche Schlampereien in dreifacher Ausführung, die in einem Atomkraftwerk nicht vorkommen dürfen“.

Im Bericht der Ossart-Mission von 2009 seien bereits Mängel in der Betriebsführung festgestellt und unzureichende Arbeitspraktiken bei Beschriftungen, Ordnung und Sauberkeit als nicht förderlich für einen sicheren Betrieb bemängelt worden. Laut Prof. Dr. Mertins ha-ben diese Mängel zumindest teilweise bis 2014 fortbestanden und seien für den Störfall vom April 2014 ursächlich gewesen.

Das AKW Fessenheim entspricht in mehreren Punkten nicht den heutigen Sicherheitsanforderungen, wie Prof. Dr. Manfred Mertins feststellt. Zu unzureichenden Redundanzen der Sicherheitseinrichtungen und Mängeln im Sicherheitsmanagement sei der schlechte Zustand der Notstromaggregate in franz. Atomkraftwerken ein weiteres Sicherheitsproblem.

„Vor dem Hintergrund der Gefahr, die vom AKW Fessenheim ausgeht fordere ich Präsident Hollande auf, die Notbremse zu ziehen und das Atomkaftwerk Fessenheim umgehend stillzulegen“, so Bärbl Mielich. „Ein weiteres Hinauszögern dieser Entscheidung ist unverantwortlich”.

Die Pressemitteilung kann hier als PDF heruntergeladen werden:
PM 30 Jahre Tschernobyl

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