Rund 35 Menschen hatten sich zu der kurzfristig organisierten Mahnwache in Müllheim eingefunden.

Mahnwache gegen den Weiterbetrieb des AKW Fessenheim

Als Reaktion auf die jüngste Ankündigung von AKW-Chef Marc Simon-Jean den Abschalttermin für das Atomkraftwerk Fessenheim erneut zu verschieben, hatte das „Aktionsbündnis Fessenheim stilllegen. JETZT!“ kurzfristig für Samstag, 25. Mai, zu einer Mahnwache in Müllheim aufgerufen. Rund 35 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und verlangten die sofortige Abschaltung des AKWs Fessenheim. Mit dabei auch die Grüne Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich. 

Das sei bereits die elfte oder zwölfte Verschiebung des Stilllegungstermins, sagte die Grünen-Kreisrätin Dora Pfeifer-Suger. Während die Betriebsgenehmigung für den Block 1 im März nächsten Jahres auslaufe, sei dies beim Block 2 erst im Sommer 2022 der Fall. Offenbar wolle die EDF diese Zeit noch nutzen und zumindest den Block 2 noch so lange weiter betreiben. „Wir können nicht sicher sein, ob die EDF auch noch Block 1 mit einer Sondergenehmigung länger laufen lassen will“, so die Sorge der Kreisrätin. 

Dazu nahm die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich Stellung und forderte mit Nachdruck: „Das Atomkraftwerk Fessenheim muss stillgelegt werden!“ Ein deutsch-französischer Prozess für die Zeit nach Fessenheim sei bereits in Gang gesetzt worden. Eine neue nukleare Anlage dürfe aber nicht dazu gehören. „Die Landesregierung hat sich klar gegen ein Technikcenter zum Recyceln von radioaktiv belasteten Großkomponenten aus Atomkraftwerken ausgesprochen. Es gibt Pläne und eine Absichtserklärung für die Zeit nach der Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim. Wir setzen auf Anlagen für umweltfreundliche und nachhaltige Energien. Ich selbst werde mich Ende Juni mit Brigitte Klinkert, Präsidentin des Departements Haut Rhin, treffen, um mit ihr über die Stilllegung des Atomkraftwerks und die Perspektiven danach zu sprechen.“

Weiler Zeitung vom 31.05.2019: Für Stilllegung und gegen neue nukleare Anlagen

Hintergrund (Badische Zeitung vom 21.05.2019): Steht die Stilllegung wieder auf der Kippe?

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