AKW Fessenheim – Schwerer Störfall vom 9. April 2014 noch immer nicht ganz geklärt

PRESSEMITTEILUNG
Freiburg, 04.03.2016

Kerstin Andreae/Bärbl Mielich fragen: „War der Reaktor noch unter Kontrolle?“

„Der schwere Störfall im AKW Fessenheim vom 9. April 2014 wirft immer noch Fragen auf”, so die die Grünen Abgeordneten Kerstin Andreae und Bärbl Mielich. „Einmal mehr zeigt sich, dass weder die Technik noch die französische Atomaufsicht funktionieren. Die EDF ist offenbar nicht bereit, die Karten auf den Tisch zu legen und die französische Atomaufsicht ist auch nicht sehr auskunftsfreudig gegenüber der Öffentlichkeit”. Die Abgeordneten begrüßen, dass die Süddeutsche Zeitung dieses Thema jetzt erneut aufgegriffen habe: „30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima ist es unverständlich, dass der Schrottmeiler immer noch am Netz ist und die Ankündigung Hollandes, Fessenheim bis 2016 zu schließen, sich in Luft aufgelöst hat.“

Am 9. April 2014 war im Reaktor 1 wegen eines falsch montierten Sensors und durch Schlamperei des Personals ein Wasserbecken übergelaufen. Das austretende Wasser beschädigte mehrere Leittechnikschränke, was zum Ausfall eines der im AKW Fessenheim nur doppelt ausgelegten Sicherheitssystemen führte. In der Folge konnte der Reaktor nicht mehr mittels der Steuerstäbe heruntergefahren werden. Schließlich wurde dieser durch Zugabe von Bor heruntergefahren. Dabei kühlte der Reaktor zu stark ab.

Nach Äußerungen des Sachverständigen für Atomkraftwerke, Prof. Dr. Manfred Mertins in der Süddeutschen Zeitung, deute die aus dem Ruder gelaufene Temperatur darauf hin, dass man im Kraftwerk minutenlang keine Information über den Zustand des Reaktorkerns gehabt habe.

Unklar sei immer noch, warum keine automatische Schnellabschaltung ausgelöst worden sei und warum das Wartungspersonal eine solche nicht selbst ausgelöst habe, so Mielich und Andreae. Angeblich sei der Mechanismus, mit dem das Personal die Steuerstäbe hätte in den Reaktor einfallen lassen können, funktionstüchtig gewesen.

„Ein Betreiber der gefährliche Störfälle verharmlost und verschweigt, ist nicht vertrauenswürdig, um eine so gefährliche Technik zu betreiben. Und die französische Atomaufsicht ist offenbar nicht stark genug, das unsichere Atomkraftwerk stillzulegen. Präsident Hollande muss endlich ein Machtwort sprechen und für die umgehende Stilllegung des AKW Fessenheim sorgen”, fordern die Grünen Abgeordneten abschließend. Die Stilllegung des maroden Atomkraftwerkes immer weiter hinauszuzögern sei fahrlässig.

 

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