MdL Bärbl Mielich und MdL Thomas Poreski unterwegs im Breisgau – Thema: Inklusion – Umsetzung der BRK

Im Rahmen einer ganztägigen Wahlkreis-Tour waren die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg, Bärbl Mielich, und der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion GRÜNE, Thomas Poreski, am 01. Oktober 2013 zum Thema Inklusion im Breisgau. Sie machen dabei Station im Café Villa Artis in Heitersheim zu einem Informationsgespräch, in der Alemannenrealschule in Müllheim,
zu einem Besuch in der Klasse von Celina Matt und einer anschließenden Gesprächsrunde zum Thema „Inklusive Schule“. Nachmittags machen sich die beiden Abgeordneten im Werkzentrum Christopherusgemeinschaft ein Bild von den Bauvorhaben der Christopherusgemeinschaft und diskutierten anschließend in einer Gesprächsrunde über das Thema „inklusiv Wohnen“.

Erste Station war ein Besuch im Café Artis in Heitersheim. Hier arbeiten Menschen mit Behinderung in der Küche und im Service mit. Dabei handelt es sich um Außenarbeitsplätze der Caritas-Werkstatt in Heitersheim.

von links nach rechtsAlexanderBau, BM-MartinLöffler, MdLBärblMielich, AntonietteMajewski, MdLThoamsPoreski

von links nach rechtsAlexanderBau, BM-MartinLöffler, MdLBärblMielich, AntonietteMajewski, MdLThoamsPoreski

Im Gespräch mit der Leiterin des Cafés, Antoinette Majewski, dem Leiter der Caritas Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heitersheim, Alexander Baum und Bürgermeister Martin Löffler informierten sich die Abgeordneten über die Hürden und Probleme, Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Es komme darauf an, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gemeinschaft vielfältig und individuell zu gestalten, erklärte Thomas Proeski. Auch Werkstätten würden weiter gebraucht.

Danach besuchten die Abgeordneten die Klasse 5 der Alemannenrealschule in Müllheim, die seit Beginn diesen Schuljahres von einer schwer sehbehinderten Schülerin besucht wird.
Das Interesse an der anschließenden Gesprächsrunde zum Thema “Inklusion in der Schule“ war sehr groß. Es waren SchulleiterInnen und LehrerInnen fast aller Müllheimer Schulen anwesend. In der Runde mit dabei auch der Behindertenbeauftragte für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Herr Dr. Olaf Kühn.

von links nach rechts: Angelika Haarbach, MdL Bärbl Mielich , MdLThomasPoreski, Heike Krüger, Barbara Dobuszewski

von links nach rechts: Angelika Haarbach, MdL Bärbl Mielich , MdLThomasPoreski, Heike Krüger, Barbara Dobuszewski

In der Michael-Friedrich-Wild-Grundschule werden in drei Klassen mehrere Kinder mit Behinderung unterrichtet.
Frau Mielich und Herr Proeskimachten deutlich, dass es Ziel sei alle Schulen zu inklusiven Schulen zu machen. Es sei aber keinesfalls vorgesehen, die Sonderschulen zu schließen. Das Sonderschulsystem habe eine hohe Qualität, die auch weiterhin Gültigkeit haben soll. Das Sonderschulsystem habe in der Vergangenheit vielen Menschen, die früher als nicht bildbar galten, Bildung ermöglicht. Heute gehe die schulische Entwicklung in eine andere Richtung. Viele Schulen würden sich auf den inklusiven Weg machen. Inklusion könne aber nciht auf Knopfdruck entstehen, inklusive Systeme und Inklusion müsse sich entwickeln. Auch Sonderschulen könnten sich öffnen und inklusive Schulen werden. Es sei aber wichtig, dass die Schulen sich auf den Weg machten. Wichtig sei, das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern und Kinder zu garantieren, so wie es auch von der UN-Behindertenrechtskonvention verlangt werde.
Frau Matt schilderte die schwierigen und nervenaufreibenden Verhandlungen mit dem Sozialamt über die Assistenzstunden. Ein ebenfalls anwesender Vater eines Kindes, das auf einen Rollstuhl angewiesen ist und die Friedrich-Wild-Grundschule besucht hatte ähnliche Erfahrungen gemacht.
Das Staatl. Schulamt Freiburg stellt den Bedarf für eine Assistenz oder eine Schulbegleitung fest. Die Finanzierung und der Umfang müssen dann mit dem Sozialamt ausgehandelt werden.
Die Eltern schilderten, dass sie kurz vor Schuljahresbeginn noch keinen Bescheid vorliegen hatten. Dabei wäre doch ein Vorlauf nochtwendig, da ja auch eine geeignete Person gefunden werdne muss.

Frau Mielich und Herr Poreski berichteten, dass sich hier etwas ändern werde. Der Bedarf an SchulbegleiterInnen oder SchulassistentInnen solle zukünftig von den Schulämtern bedarfgerecht zugeteilt werden und Sonderschulpädagogen sollen zukünftig Mitglied der Schule sein, an der sie unterrichten. Im Moment werden sie von den Sonderschulen in die Klassen entsandt oder ausgeliehen, wo in einem bestimmten Umfang ein sonderpädagogischer Bedarf festgestellt ist.
Angesprochen wurde auch der höhere Bedarf an Lehrerstunden und weitere Punkte die im Moment noch unbefriedigend sind. Die Schulen und die gesamte Gesellschaft stehen aber eben erst am Anfang auf dem Weg zur Inklusion.

Die dritte Gesprächsrunde zum Thema „ inklusiv wohnen“ fand in der Cafeteria des Werkzentrums der Christopherusgemeinschaft statt. Bärbl Mielich sagte bei der Begrüßung der TeilnehmerInnen: „ Viele Einrichtungen machen sich auf den Weg, neue Wohnformen zu entwickeln“. Das sei sehr wichtig, da auch Menschen mit Behinderung das Recht hätten, ihren Wohnort frei zu wählen.
Ein junges Paar klagte über die hohen Mietpreise. Der gewünschte Umzug nach Müllheim in eine Zwei-Zimmer-Wohnung sei deswegen kaum möglich. Die Trasfermittel habe in der Höhe mit den Mieten nicht Schritt gehalten. Weitere Diskussionspunkte drehten sich um das neue Heimgesetz und um Konzepte für inklusives Wohnen.

Zum Abschluss waren Bärbl Mielich und Thomas Poreski Gast beim AK Inklusion des Ortsvereins Müllheim-Neuenburg und Umgebung. „Wir werden keinen Zwang ausüben, Werkstätten oder Sonderschulen zu schließen. Das Wunsch- und Wahlrecht soll auf allen Ebenen möglich sein“, erklärte Thomas Poreski. Ein Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung, soll diesen ermöglichen in einem normalen Arbeitsverhältins den Lebensunterhalt zu verdienen. Beklagt wurde, dass nur wenige Arbeitnehmer bereit seien Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu geben.

Über den Besuch in der Alemannenrealschule in Müllheim berichtete TV Südbaden am 1.10.2013:
http://www.tv-suedbaden.de/muellheim-baerbl-mielich-besucht-alemannenrealschule-15759/#.UkvjEiQesfI

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