Gemeinsam für eine europäische Zukunft

Mit Schülerinnen und Schülern des Kreisgymnasiums Bad Krozingen diskutierte Bärbl Mielich über Eurpoa. Foto: Dora Pfeifer-Suger

EU-Projekttag: Bärbl Mielich zu Gast am Kreisgymnasium Bad Krozingen

Etwa 80 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse hatten sich am 4. Mai in der Aula des Kreisgymnasiums Bad Krozingen versammelt, um mit der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich (Grüne) über die Europäische Union zu diskutieren. Schulleiter Heiko Schrauber begrüßte die Anwesenden, bevor er das Wort an Bärbl Mielich übergab. Europa sei ihr wichtig, erklärte die Abgeordnete. Daher besuche sie jedes Jahr anlässlich des EU-Projekttags eine Schule in ihrem Wahlkreis, um mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren. „Seit über 70 Jahren leben wir in Mitteleuropa ohne Krieg. Das hat es noch nie gegeben in der Geschichte. Und das ist zu einem erheblichen Teil der Europäischen Union zu verdanken“, betonte sie. Die EU stehe für demokratische Strukturen und sie habe eine klare Werteordnung: Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte.

Der Euro als gemeinsame Währung vereinfache den Warenaustausch zwischen den EU-Ländern und das Reisen in die Nachbarländer. Nach und nach würden immer mehr Bereiche angeglichen. Als Beispiel nannte Bärbl Mielich die Studienabschlüsse. So werde auch die Ausbildung in Deutschland im Gesundheitsbereich derzeit in Richtung Hochschulausbildung reformiert. Dadurch sei es künftig einfacher, als Hebamme oder im Pflegebereich in anderen EU-Ländern zu arbeiten.

Aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. So wurde das Thema „Brexit“ angesprochen und mit Politikverdrossenheit in Verbindung gebracht. „Es ist das erste Mal, dass ein Land beschließt, aus der EU auszutreten“, so Bärbl Mielich. Es sei vor allem die ältere Generation gewesen, die in England für den Brexit gestimmt habe. Die gesellschaftlichen Veränderungen durch Globalisierung und Digitalisierung machten den Menschen Angst. Sie hätten Sorge, ihre Identität zu verlieren und abgehängt zu werden. Populisten mit ihren einfachen Botschaften suggerierten den Menschen, dass alles besser würde, wenn jede Nation für sich sei. Das aber sei ein großer Irrtum. Man müsse versuchen, den Menschen die Angst vor der Globalisierung zu nehmen, sie mitzunehmen auf dem Weg in eine gemeinsame europäische Zukunft.

Ein weiteres Diskussionsthema war die Krise der EU. Bärbl Mielich gab zu Bedenken, dass die Osterweiterung Probleme mit sich gebracht habe. Das habe auch mit der Geschichte der einzelnen Länder zu tun. Die Menschen in den ehemaligen Ostblockländern hätten wenig Demokratieerfahrung. Die Krise der EU bestehe darin, dass noch unklar sei, wie die unterschiedlichen Strukturen zusammengeführt werden könnten. Sicher sei aber: „Die großen Probleme wie die Klimaveränderungen können nur gemeinsam gelöst werden. Wir brauchen die EU“, betonte Bärbl Mielich.

Verwandte Artikel