Brigitte Klinkert (links) und Bärbl Mielich wollen die Region am Oberrhein zu einer Vorzeigeregion für erneuerbare Energien entwickeln.

Fessenheim und das Elsass sollen ökologische Modellregion werden

Bärbl Mielich im Gespräch mit Brigitte Klinkert, Präsidentin des elsässischen Départements Haut-Rhin

„Das Rheingebiet ist unser gemeinsamer Lebensraum“, sagte Brigitte Klinkert, Präsidentin des elsässischen Départements Haut-Rhin, bei einem Gespräch mit Staatsekretärin Bärbl Mielich, MdL über die Zukunft der Region am Oberrhein nach der Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim. Es sei ihr Ziel, dieser Region ein neues Image zu geben und sie zu einer europäischen Vorzeigeregion für erneuerbare Energien zu entwickeln, vorrangig in den Bereichen Wirtschaft und Verkehr. Die Ansiedlung neuer Betriebe und die Schaffung von Arbeitsplätzen seien von großer Bedeutung, da bei der Schließung des Kernkraftwerks Fessenheim Arbeitsplätze verloren gingen.

Die Reaktivierung der Schienenverbindung Freiburg-Breisach-Colmar sei ein wichtiges Projekt zur Verbesserung der Verbindungen über den Rhein. Die Finanzierung sei jedoch noch nicht geklärt. 

Staatssekretärin Bärbl Mielich, MdL begrüßt das Vorhaben und sicherte ihre volle Unterstützung zu, damit die gemeinsame Region am Oberrhein zu einer europäischen Modellregion mit ökologischer Ausrichtung entwickelt werden könne. „Wir haben ein gemeinsames Interesse an einer ökologisch ausgerichteten, europäischen Modellregion am Oberrhein mit dem Ziel einer CO2-freien Energieversorgung. Besonders wichtig ist mir dabei die Durchlässigkeit über die Grenze hinweg, sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozialen Bereich. Ich werde das Vorhaben nach Kräften unterstützen und mich engagiert um finanzielle Unterstützung auf der europäischen Ebene bemühen.“ 

Wichtig sei ihr auch, dass die Bahnverbindung über den Rhein gebaut und vom Bund mitfinanziert werde, so Bärbl Mielich. Die Schienenverbindung Freiburg-Colmar stehe schließlich in der Prioritätenliste des deutsch-französischen Vertrags. Dabei wird sie von Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann unterstützt, der sich ausdrücklich für den Ausbau des grenzüberschreiten Schienenverkehrs ausgesprochen und die Machbarkeitsstudie sowie weitere Untersuchen mit initiiert hat. 

Sie begrüße die interfraktionelle Initiative von regionalen Bundestagsabgeordneten, einen eigenen Haushaltstitel für grenzüberschreitende Verkehrsprojekte einzurichten und so eine Mitfinanzierung des Bundes zu ermöglichen, erklärte Bärbl Mielich. 

Ein weiterer Gesprächspunkt war die neue Gebietskörperschaft Elsass. Ab dem 1. Januar 2021 werden die Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin eine Europäische Gebietskörperschaft Elsass bilden mit neuen Kompetenzen und Aufgaben, berichtete Brigitte Klinkert. Einer der Aufgabenschwerpunkte der neuen Gebietskörperschaft Elsass sei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Zweisprachigkeit. Das Elsass bekomme aber erheblich mehr Gestaltungsspielraum. Dies ist eine gute Voraussetzung für eine gemeinsame grenzüberschreitende Initiative.

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