Einweihung des neuen Werkzentrums St. Christopherus in Müllheim

Am 12. Mai 2012 konnte die Christophorus-Gemeinde ihr neues Werkzentrum in Müllheim einweihen.

Anlässlich dieser Festivität sprach neben der Bürgermeisterin von Müllheim, Astrid Siemes-Knoblich, auch die Grüne Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich ein Grußwort. Darin betonte Mielich, dass jeder Mensch ganz besonders sei, und dass alle Menschen, egal mit welchen handicaps, eine gemeinsame Gesellschaft ausmache. Menschen mit Behinderungen seien demnach nicht behindert, sondern sie würden behindert. Unser Ziel müsse es sein, dass alle Menschen das Recht umsetzen können, sich in dieser Welt ungehindert bewegen zu können. Das wolle die UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Im Hinblick auf die Landesregierung sagte die Grüne Politikerin: „Wir wollen das Behindertengleichstellungsgesetz auf die Ziele der UN Konvention abstimmen und entsprechend gründlich renovieren. Wir haben erstmals mit Gerd Weimer einen unabhängigen Behindertenbeauftragten, der ein offenes Ohr für die Belange Einzelner in diesem Land hat und sich sehr engagiert und fachkundig einsetzt. Wir wollen im Landesbauprogramm barrierefreies Wohnen besonders fördern, und wir unterstützen Arbeitsmodelle, die Menschen mit Behinderungen den Weg erleichtern, auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten“.

Das Engagement der Christopherus-Gemeinde lobte Mielich: „Sie haben mit dem Konzept der Erprobungspraktika und Erprobungsmaßnahmen einen neuen Weg mit Zweigwerk eingeschlagen, er die Hemmschwelle, etwas Neues zu wagen für den Einzelnen, etwas absenkt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Angebot gut angenommen wird“.

Vor annähernd 40 Jahren wurde im Januar 1968 die Vereinsgründung der Christophorus-Gemeinschaft mit der Absicht eine Schule in Müllheim-Niederweiler einzurichten vollzogen.
Um für Schulabgänger einen angemessenen Lebensort und Arbeitsplätze zu schaffen wurde nach der Grundsteinlegung 1983 und umfangreichen Baumaßnahmen 1986 die Werksiedlung St. Christoph in Kandern ihrer Bestimmung übergeben. 1993 begann die Erweiterung in Niederweiler mit dem Erwerb der ehemaligen Fahrradfabrik Kirsch. In Kandern und Niederweiler entstanden damit insgesamt 144 Werkstattplätze, 120 Wohnheimplätze und weitere 6 Plätze in der Außenwohngruppe und 18 Plätze für den Förder- und Betreuungsbereich bis zum Jahre 2003. In der Werksiedlung St. Christoph in Kandern und Müllheim-Niederweiler sind Arbeits- und Wohngemeinschaften entstanden, in denen 130 erwachsenen Menschen mit Behinderung und ihre Begleiter eine wirtschaftliche und kulturelle Einheit auf partnerschaftlicher Grundlage bilden. In ihr ist eine individuelle Lebensbewältigung ermöglicht, die auch eine ganzheitliche erfüllte Lebens-Sinngebung einschließt.
Aus dem alltäglichen Zusammenwirken von Arbeit und Freizeit, Jugend und Alter, Mensch und Tier, von forderndem Sozialgeschehen und heilender Natur, sollen verlässliche Lebensverhältnisse entstehen.

Verwandte Artikel