Eine Stadt für alle

Was bedeutet eine älter werdende Gesellschaft für Bad Krozingen?

Zu diesem Thema sprach die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich auf Einladung des Ortsverbands Bad Krozingen von Bündnis 90/Die Grünen im Kurhaus.

„Eine Stadt für alle“ bedeute, dass sich alle Menschen in Bad Krozingen wohl fühlen sollten, junge und ältere Menschen, Kinder und Flüchtlinge gleichermaßen, erklärte Bärbl Mielich zu Beginn. 

Die Stadt wächst

Sie sei bei der Vorbereitung der Frage nachgegangen, wie sich die Bevölkerung von Bad Krozingen in verschiedenen Altersgruppen entwickelt habe und wie sie sich nach den Prognosen des Statistischen Landesamtes im nächsten Jahrzehnt entwickeln werde. Dabei habe sie festgestellt, dass die Gruppe der über 65-Jähringen zugenommen habe und weiter zunehme würde, aber auch die Gruppe der unter 40-Jähringen und die ganz junge Generation der unter 20-Jähringen. An die Gemeinde stelle sich die Anforderung, allen Menschen gerecht zu werden. Um ein gutes Zusammenleben von Jung und Alt zu erreichen, sei ein gutes Quartierskonzept vor allem bei der Planung neuer Baugebiete von Bedeutung. 

Konzept: Quartier 2020

Eine Untersuchung im Rahmen „Enquetekommission Pflege“ habe ergeben, dass 90 Prozent der älteren Menschen auch im hohen Alter in ihrer vertrauten Umgebung leben möchten. Dazu brauche es ein entsprechendes Umfeld, da es sonst leicht zu Vereinsamung älterer Menschen kommen könne. 

„Um das notwendige Umfeld in den Wohnquartieren zu fördern, haben wir im Sozialministerium das Konzept Quartier 2020 einwickelt“, erklärte Bärbl Mielich. Im Jahr 2017 sei vom Sozialministerium sehr erfolgreich ein Ideenwettbewerb „Quartier 2020“ für eine alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung gestartet worden. 53 innovative Konzepte hätten mit Preisgeldern ausgezeichnet werden können. 147 Kommunen hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. „Mit diesem Ideenwettbewerb konnten wird wirksame Impulse setzen und die Idee im Land weitertragen“, so Mielich. 

Bevölkerung mit einbeziehen

Wichtiger Bestandteil einer Quartiersentwicklung sei der Beteiligungsprozess. Die Bevölkerung müsse in den Prozess eingebunden werden. Für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern gäbe es verschiedene Methoden, vom Generationenworkshop über Bürgerforen bis hin zu einem World Café. Wichtiger Bestandteil bei der Planung eines Quartiers seien entsprechende Wohnformen für ältere Menschen sowie ambulante Angebote, aber auch eine entsprechende Beratungsstruktur. Zu empfehlen sei eine Quartiersmanagerin. Das Thema älter werden in der Kommune müsse stärker in den Institutionen verankert werden. 

Förderprogramme bieten Unterstützung

Vorzeigeprojekt und Impulsgeber für das Quartier 2020 sei der Schwanenhof in Eichstetten. Hier habe ein umsichtiger Bürgermeister zusammen mit der Bevölkerung überlegt, wie ältere Menschen mit unterschiedlichen Hilfebedarfen in der Gemeinde wohnen bleiben können. 

Um die Gemeinden bei der Umsetzung einer innovativen Quartiersentwicklung zu unterstützen, habe das Land Beratungs- und Förderstrukturen aufgebaut. Es gäbe eine ganze Reihe an Förderprogrammen zur Unterstützung einer Quartiersentwicklung, die auch kombiniert werden könnten. 

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