„Eene, Meene, Muh – und alt bist Du“: Bärbl Mielich spricht im Rahmen der Demografiewoche der Metropolregion

Demografischer Wandel und die Chance auf einen neuen Generationenvertrag


Bild: Das Bild zeigt von links nach rechts Manfred Hopfauf, Verband Region Rhein-Neckar, Göksel Karakaya, Pflegdienstleiter ASB Eppingen, MdL Bärbl Mielich, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Adrian Muff, Student und Elisabeth Rabl, Betreuerin für Menschen mit Demenz

„Wir werden weniger, älter, vereinzelter und einsamer aber auch sehr viel bunter werden“, so beschreibt Manfred Hopfauf, Regionalreferent des Verbandes Rhein-Neckar, die Zukunft unseres Landes in seinem Grußwort zur Veranstaltung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und frauenpolitischen Sprecherin im Stuttgarter Landtag, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, „Eene, Meene, Muh – und alt bist Du“ in der Neckargemünder „Alten Stadtkasse“. Schneidewind-Hartnagel lud dazu die gesundheitspolitische Sprecherin und Sozialausschussvorsitzende Bärbl Mielich ein, die sich gerne am Podium zu diesem spannenden Thema beteiligte. Elisabeth Rabl, Betreuerin für Menschen mit Demenz im Lebensrad Eberbach, Göksel Karakaya, Pflegedienstleiter beim ASB Pflegeheim in Eppingen sowie Adrian Muff, Student der Bildungs- und Religionswissenschaften, vervollständigten das Podium.
Bärbl Mielich war sich bei Ihrem einleitenden Vortag „Der Demografische Wandel und die Chance auf einen neuen Generationenvertrag“ sicher, dass das Nebeneinander her, wie wir es momentan gewohnt seien, zu einem Miteinander werden wird. Auch sie sieht künftig eine wachsende Vereinsamung der älter werdenden Bevölkerung. Es sei dabei von elementarer Bedeutung, dass die Kommunen im ländlichen Raum es schaffen, ihr Dorf lebendig zu halten, einen Ort zu schaffen, an dem man gerne alt werden möchte. Mielich: „Wir haben Jahrtausende in Dörfern zusammen gelebt, diese Strukturen sollten wir erhalten oder widerbeleben. Der Sozialraum müsse für die Bevölkerung erhalten bleiben, denn die Menschen wollen vor Ort gepflegt werden. Hierzu stelle die grün-rote Landesregierung die Weichen für ein neues Heimgesetz zur dezentralen Unterbringung .“
In den anschließenden Fragerunden erörterte man gemeinsam die Fragen, wo es derzeit den größten Handlungsbedarf gäbe. Welche Vorstellungen oder welche Modelle man sich für die Zukunft wünsche und wie und wo man selbst im Alter leben wolle. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass man das Alter mehr würdigen solle, die positiven Seiten erkennen und fördern muss. Gleichzeitig sei es von enormer Wichtigkeit die Pflegeberufe aufzuwerten und ihre gesellschaftliche Anerkennung zu verbessern. Finanzielle Absicherung sei wichtig aber auch eine soziale, also die Einbindung in Familie und Freundeskreis, sei nicht zu unterschätzen.

Alle möglichen Formen des Zusammenlebens, wie Alten -WGs oder Mehrgenerationenhäuser, müssten gedacht werden und die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Auch auf die besondere Situation von Migranten müsse man dabei eingehen, stellte Göksel Karakaya fest.

Wie Schneidewind-Hartnagel bemerkte, dürfe nicht vergessen werden, dass man Altersarmut, von der in der Regel Frauen betroffen seien, mit neuen Einkommensquellen, wie beispielsweise einer Mindestrente oder einer Grundsicherung begegnen muss. Denn gerade Frauen seien von Armut, auf Grund Ihrer brüchigen Erwerbsbiografien, wegen Kindererziehung, Pflege der Eltern oder Ehegatten, im Alter eingeholt.
Abschließend erzählten alle Teilnehmer von Ihren Vorstellungen und Wünschen für ihren eigenen Lebensabend, ob in Gemeinschaft, alleine aber nicht einsam, am Meer oder auf dem eigenen Bauernhof für alle wurde deutlich, dass man schon jetzt darauf hin arbeiten und sich vorbereiten muss. Adrian Muff:“Wenn ich alle die guten Ideen hören und das Engagement der Menschen sehe, freue ich mich darauf einmal alt zu werden.“ Elisabeth Rabl wünschte sich für alle Menschen jemanden, der einem im selben Maße auffängt und ausgleicht, wie Fähigkeiten verloren gehen, dann könne man jedes Alter meistern.

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