Bärbl Mielich (3. v. l.) bei der Diskussion in Baden-Baden. Foto: Sophia Dittes

Diskussion zur „Zukunft der Pflege in Baden-Württemberg“ – Bärbl Mielich in Baden-Baden

Pressemitteilung
27.11.2015 

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Bea Böhlen (GRÜNE) aus Baden-Baden versammelten sich am Montag, den 23. November 25 Vertreterinnen und Vertreter ambulanter und stationärer Altenpflegeeinrichtungen im neuen Scherer-Caritaszentrum in der Cité Baden-Baden, um über die Zukunft der Pflege zu diskutieren. Zu Gast war an diesem Abend die gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Vorsitzende des Sozialausschusses, Bärbl Mielich.

Dabei kamen vor allem die Themen Ausgestaltung der und Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Sprache. Generell kann konstatiert werden, dass der Fachkräftebedarf im Pflegebereich stetig steigt. Baden-Baden ist mit etwa 2183 Bewohnern über 85 Jahren eine der ältesten Städte in ganz Baden-Württemberg und weißt somit einen besonders hohen Bedarf an guten Pflegekonzepten auf.

Bärbl Mielich (GRÜNE) griff hierbei in einem praktisch und fachlich sehr fundierten Vortrag verschiedene Aspekte heraus. Sie unterstrich, dass ein wichtiger Eckpfeiler grüner Pflegepolitik darin bestehe, den Menschen möglichst lange das Leben im häuslichen Rahmen möglich zu machen, alternativ auch im Rahmen von Wohngruppen oder Quartierskonzepten. Die seit Juli bestehende Wohngemeinschaft für Menschen mit einem höheren Betreuungsbedarf im Scherer-Caritaszentrum sei hierfür ein sehr gutes Beispiel. „Wir nehmen Rücksicht auf den Lebenshintergrund eines jeden Bewohners“, so Pflegedienstleitung Manuela Lang.

Generell wolle man auf landespolitischer Ebene als grün-rote Regierung trotz demographischem Wandel und Fachkräftemangel weiterhin gute Pflegestrukturen durchsetzen. Dies solle zum einen durch die Einführung neuer Versorgungsstrukturen und interdisziplinärer Versorgungsteams erfolgen. Modellprojekte dazu finden bereits statt. Zudem brauche es eine Aufwertung des Pflegeberufs. Je 2 Mio. Euro im Doppelhaushalt 2015/16 habe die grün-rote Landesregierung deshalb für einen Ausbau der Akademisierung in den Gesundheitsfachberufen eingestellt.

Die Kritik der Praktiker vor Ort an der Reform der Pflegeausbildung hin zu einer generalistischen Ausbildung könne man verstehen. “Wir haben uns bisher auf verschiedenen Wegen nachdrücklich für eine integrative (oder modulare) Ausbildung eingesetzt, die zwei gemeinsame Ausbildungsjahre und im dritten eine Spezialisierung vorsieht. So würde in unseren Augen den Erfordernissen der einzelnen Berufsbilder Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege am ehesten entsprochen“, so Mielich. Allerdings seien die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern mittlerweile so verlaufen, dass diese sich weitgehend auf die dreijährige gemeinsame Ausbildung verständigt haben. Immerhin: Die Generalisierung ermögliche einen leichteren Wechsel zwischen den Profilen, gab Bärbl Mielich zu bedenken.

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